Stadt- und Hutgeschichte

Das eine gibt´s nicht ohne das andere...

Von Pferden, Hüten und Käsehändlern

Hier geben wir Ihnen einen kurzen Einblick in unsere Lindenberger Stadtgeschichte. Detailreicher und mit persönlichem Charme erzählen wir sie bei unseren Stadtführungen. Von Mai bis September finden diese jeden 2. und 4. Dienstag im Monat statt. Für Gruppen jederzeit buchbar bei uns unter 08381 - 9284310.

Stadtgeschichte

  • 857
     

    Die erste Erwähnung von Lindenberg findet sich in einer Urkunde des Klosters St. Gallen. Die Adligen Patacho und Sigibert, schenkten dem Kloster Güter in "Lintiberc". Die alemannische Erstbesiedlung erfolgte vermutlich erst wenige Jahrhunderte vorher.

  • 1338
     

    Das ganze Dorf Lindenberg mit 36 Häusern gelangt in den Besitz der Ritter Konrad und Friedrich von Goßholz.

  • 1523
     

    Das Haus Habsburg (Erzherzog Ferdinand) erwirbt von Graf Hugo XII. des Hauses Montfort dessen Rechte in Lindenberg. Damit kommen die Habsburger u.a. in den Besitz der hohen Gerichtsbarkeit der Herrschaften Altenburg und Kellhöfe.

  • 1600
     

    Um diese Zeit werden in Lindenberg bereits Strohhüte für den eigenen Gebrauch hergestellt.

  • 1604
     

    In der Pfarrei Lindenberg, d.h. einschließlich der heutigen Filialorte stehen 162 Häuser mit etwa 800 Einwohnern. Lindenberg wird vorarlbergisch.

  • 1618 - 1648
     

    30jähriger Krieg, dreimal fallen die Schweden ein, sie plündern und brandstiften. Nur 5 Häuser sollen stehen geblieben sein. Es wird angenommen, dass etwa die Hälfte der Einwohner durch Krieg, Hunger und Pest ums Leben kam.

  • 1740
     

    Das Dorf Lindenberg hat wieder 500 Einwohner.

  • 1755
     

    Drei Teilhaber gründen die Lindenberger "Hut-Compagnie" Lorenz Miller. In Lindenberg wurden schon lange vorher Hüte in Heimarbeit hergestellt. Das Unternehmen kauft geflochtene Strohbänder auf und lässt daraus - wiederum in Heimarbeit - Hüte nähen.

  • 1780
     

    Der Goßholzer Franz Xaver Stadler eröffnete das erste Käsegroßhandelsunternehmen. Obwohl die örtliche Käseproduktion in Lindenberg nie eine große Bedeutung erlangen konnte, entstanden mehrere Unternehmen des Käsegroßhandels und der Käseproduktion.

  • 1784
     

    Lindenberg erhält die Marktrechte. Drei Viehmärkte im Jahr können abgehalten werden. Lindenberg, einschließlich der Filialorte, erreicht 1000 Einwohner. Möglich wurde dies durch gute Erträge der Landwirtschaft, aus dem Pferdehandel und der Hutproduktion.

  • 1805
     

    Im Preßburger Frieden vom 26. Dezember 1805 werden Tirol und Vorarlberg (und damit Lindenberg) Bayern zugeteilt. Die eigentliche Übergabe der Macht an Bayern ist am 13. März 1806 in Bregenz.

  • 1808
     

    Die heutige Gemeinde Lindenberg entsteht. Franz Josef König wird zum Ortsvorsteher der neu gebildeten Gemeinde ernannt. Jetzt wird die politische Gemeinde Lindenberg um die acht weiteren Orte der Pfarrgemeinde, wie Goßholz, Manzen usw. erweitert.

  • 1820
     

    Beginn der Anfertigung der so genannten Binsen - oder gebundenen Hüte. Sie werden bis nach Nordamerika verkauft. 1820 - 1914 Gründung zahlreicher Hutfirmen.

  • 1836
     

    König Ludwig I. verleiht durch sein Signat Lindenberg ein Gemeindewappen. Es hat bereits annähernd die heutige Form. Es zeigt eine doppeltürmige Kirche auf einem Berg, flankiert von zwei Lindenbäumen.

  • 1901
     

    Am 1. Oktober wird die Eisenbahnstrecke Röthenbach - Lindenberg - Scheidegg eröffnet.

  • 1905
     

    Der Bau eines repräsentativen Rathauses wird beschlossen. Im Multifunktionsgebäude sollten neben der Gemeindeerwaltung auch Feuerwehrgeräte, Arrestlokal, Freibank, Leichenwagen und Wohnungen untergebracht werden.

  • 1908
     

    Lindenberg wird Marktgemeinde mit städtischer Verfassung.

  • 1914
     

    Am 14. Mai wird die Stadtpfarrkirche eingeweiht, Lindenberg erhält seinen baulichen Mittelpunkt. Am 11. August wird Lindenberg zur Stadt erhoben. Am 1. August war der Krieg ausgebrochen, im 1. Weltkrieg sind 172 Lindenberger gefallen.

  • 1920
     

    Im Schulwesen wird in dieser Zeit der Grundstein zur späteren Schulstadt. Dank der Weitsicht von Bürgermeister Hans Alois Schmitt beschließt man die Errichtung einer Realschule. Die neue Schule wird im Dachgeschoß des Schulhauses untergebracht.

  • 1939
     

    Mit Beginn des 2. Weltkrieges wird die Hutproduktion bis 1945 lahm gelegt. In Lindenberg entstehen durch den Krieg keine nennenswerten Sachschäden. Der Blutzoll war jedoch hoch: 420 Gefallene und Vermisste bei 5400 Einwohnern bei Kriegsbeginn.

  • 1945
     

    Der Ort wird am 30. April von französischen Truppen besetzt. Der Kreis Lindau wird der einzig französisch besetzte Teil Bayerns.

  • 1955
     

    Die rechtliche Sonderstellung des "Bayerischen Kreises Lindau" als "Landkreisstaat" endet. Sie bestand seit Kriegsende aufgrund von Besatzungsrecht. Der Kreis ist nunmehr rechtlich wieder ein normales Teilgebiet Bayerns.

  • 1981
     

    Das städtische Hutmuseum wird nach zweijähriger Vorarbeit in der ehemaligen Hutfabrik "Mercedes" eröffnet. Das Auf und Ab dieser Industrie, hat die Entwicklung der Stadt Lindenberg über drei Jahrhunderte beeinflusst und geprägt.

  • 1993
     

    Die noch verbliebene Eisenbahnstrecke Röthenbach-Lindenberg wird endgültig stillgelegt. Jetzt wird auch der Güterverkehr eingestellt. In den Folgejahren wird die Strecke zu einem Radweg umgebaut.

  • 2003
     

    Der Stadtrat beschließt den Alten Friedhof zum 31.12.2003 ganz zu schließen, er soll in einen "Friedhofspark" umgestaltet werden.

  • 2008
     

    Die Neugestaltung des Waldseebades ist abgeschlossen. Die neue Anlage verfügt über zwei Ruhezonen (Liegewiesen) und eine Aktivzone mit Beach-Volleyballplatz, Rasen-Spielfeld sowie Tischtennisplatten.

  • 2014
     

    Im Dezember wird das neue Deutsche Hutmuseum in den Räumen der ehemaligen Hutfabrik Reich eröffnet. Schon im Jahr darauf wird es mit dem Bayerischen Museumpreis ausgezeichnet.

TIPP

Falls Sie mehr über die Geschichte der Stadt erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unsere „Lindenberger Chronik“, die zum 75jährigen Stadtjubiläum erschien. Zur 100-Jahr-Feier wurde eine ausführliche Festschrift mit viel historischem Wissen aufgelegt. Letztere ist bei uns in der Tourist-Information erhältlich.

Die Lindenberger Chronik und die Jahrbücher des Landkreises können Sie in unserer Stadtbücherei ausleihen, die Jahrbücher sind zudem online frei verfügbar unter http://www.digishelf.de/bodenseezeitschriften/jahrbuch-des-landkreises-lindau/. Die Stadtchroniken ab 2012 finden Sie auf der Homepage des Geschichts- und Museumsvereins. Diese Seite ist übrigens eine wahre Fundgrube für Geschichtsinteressierte.

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