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Mädchen mit Lindenberger Florentiner von Maximilian Bentele, 1825-1893)

Das bisherige Hutmuseum Lindenberg hat am 27. Oktober 2013 seine Pforten geschlossen .

Der Grund: das Hutmuseum hat sich vergrößert und ist in das Gebäude der ehemaligen Hutfabrik Reich umgezogen.

Deutsches Hutmuseum Lindenberg

Am 8. März 2013 war auf dem Gelände der ehemaligen Hutfabrik Reich die Grundsteinlegung. Dort wurde am 12.12.2014 das Deutsche Hutmuseum eröffnet - eine interaktive Erlebniswelt auf vier Etagen: auf zwei Stockwerken befindet sich die Hut-Dauerausstellung , eine Etage ist für Wechselausstellungen reserviert und im Dach ist ein wunderschöner Veranstaltungsraum entstanden. Vor oder nach dem Besuch des Museums kann im Restaurant im "Alten Kesselhaus" Erfrischendes und Stärkendes zu sich genommen werden.
Weitere Informationen finden Sie hier

Wie Lindenberg zum Klein-Paris der Hutmode wurde

Das Lindenberger Hutmuseum gibt einen Einblick in die jahrhundertealte Huttradition der Stadt Lindenberg. Diese geht bis in das 16. Jahrhundert zurück. Damals lebte Lindenberg vom Pferdehandel mit Italien. Einer dieser Pferdehändler, so die Überlieferung, musste wegen Krankheit in Italien überwintern. Bei seinem unfreiwilligen Aufenthalt im Süden beobachtete er das Strohflechten und Hütemachen und brachte diese Kenntnis nach Lindenberg mit. Am Anfang wurden die Hüte nur für den eigenen Gebrauch hergestellt, doch ab 1755 begann man, den Vertrieb und die Produktion zu organisieren. Die ersten Hutfabriken wurden in der Biedermeierzeit um 1830 gegründet; bis 1890 gab es bereits 34 Strohhuthersteller. Sie stellten ca. 8 Millionen Strohhüte im Jahr her. Nicht verwunderlich also, dass Lindenberg Anfang des 20. Jahrhunderts als Zentrum der deutschen Herrenstrohhutindustrie galt und das „Klein-Paris“ der Hutmode genannt wurde. Zu dieser Zeit, im Jahr 1914, wurde der damalige Markt Lindenberg zur Stadt erhoben. In den 20er-Jahren aber erfährt die Strohhutindustrie eine Krise und die Betriebe versuchen in den nächsten Jahrzehnten, mit Filz, Leder, Dralon und Pelz gegenzusteuern, was auch gelingt. Dann aber kommt mit den 60er- und 70 er Jahren eine zunehmend hutlose Mode. Sie zwingt alteingesessene Firmen, ihre Fabrikation einzustellen. Die Hutindustrie verliert ihre vorrangige Stellung im Lindenberger Wirtschaftsleben. Heute gibt es nur mehr eine namhafte Hutfabrik am Ort: die Firma Mayser GmbH & Co.KG.
Das Hutmuseum erinnert an diese Zeit, in der die Ursprünge des heutigen Lindenbergs liegen. Darüber hinaus werden an originalen Arbeitsplätzen die Arbeitsschritte nachempfunden und die verschiedenen Modestile der vergangenen Jahrhunderte in unzähligen Hutmodellen sichtbar.

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Letzte Änderung: 04.08.2008 / 08:13 Uhr
Ausgedruckt am 19.07.2018 / 12:01