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Chronik 2011

Januar

Der Lindenberger Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) hat im vergangenen Jahr 13.326 Dienststunden absolviert und bei einer Vielzahl von Einsätzen technische Hilfe geleistet. Mit der Einweihung des Containerbaus wurden 120 Quadratmeter Fläche für die Verwaltung und Jugendarbeit hinzugewonnen.

700 Besucher feiern im Stadtpark ein gelungenes Winterfest und bestaunen die großen Schneeskulpturen. – Viele Lindenberger Einzelhändler haben an diesem Samstag bis 16 Uhr geöffnet und bieten Rabattaktionen an. 12 Geschäfte bauen vor ihren Schaufenstern zum Sortiment passende Schneefiguren auf, von denen der „Uhrenmensch“ der Firma Stegherr bei der Jury den größten Beifall findet. In der Publikumsgunst ganz vorne liegt die von der Sparkasse gesponserte Figur „Bulle und Bär“.

Zusammen mit Scheidegg will sich Lindenberg an der Wandertrilogie Allgäu beteiligen und einen gemeinsamen Portalort bilden. Die Beteiligung wertet Kultur- und Gästeamtsleiterin Kathrin Felle als „Ja zum Tourismus in Lindenberg“.

Februar

Die Stadt veranstaltet einen Architektenwettbewerb, wie das Denkmal Hutfabrik Reich nicht nur als ein solches erhalten werden, sondern auch verschiedenen neuen Nutzungen zugeführt werden kann: Neben einem Hutmuseum auf zwei Geschossen gilt es im Dachgeschoss einen Veranstaltungsraum mit Platz für 150 bis 200 Personen zu berücksichtigen, zudem einen Museumsshop und ein Gästeamt im Erdgeschoss. Im angrenzenden Kesselhaus ist ein gastronomischer Bereich vorgesehen. Die stillgelegte Heizungsanlage soll als eine Art-Skulptur einbezogen werden. Sieger des Wettbewerbs sind die Planer Michael Gibbesch und Marcus Fischer aus Sonthofen.

Der Bauausschuss des Lindenberger Stadtrats und der Scheidegger Gemeinderat geben Grünes Licht für eine Erweiterung des Produktionsgebäudes der Liebherr-Aerospace GmbH. in Lindenberg. Die mehr als 90 Meter lange Halle wird auf der Waldseite entlang des bestehenden Gebäudes entstehen.

Nach dem Ausstieg der GKWG hält die Stadt an dem Vorhaben fest, neben einer Anlage für Betreutes Wohnen auch ein Ärztehaus auf dem Reich-Gelände zu errichten. Gespräche mit Investoren sind in Gang.

Die Sanierung des Stadions an der Austraße kostet – so Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann – mehr als 1 Million Euro. Davon hat die Regierung 240.000 Euro in Aussicht gestellt. Mit der Sanierung kann noch 2011 begonnen werden.
Seit einem Jahr ist Kathrin Felle Leiterin des städtischen Kultur- und Gästeamtes. Vor allem das kulturelle Angebot in der Stadt hat in dieser Zeit von ihrer Arbeit profitiert. Dazu gehören u.a. die Theaterwoche, Kultur im Kesselhaus, ein Klassikkonzert und der Kinoclub.

Die Zahl der Übernachtungen im Jahre 2010 ist hingegen von 141.500 auf 137.000 zurückgegangen, was vor allem auf den verregneten Sommer zurück-zuführen ist. Neben dem Thema Natur und Wandern soll zukünftig Radeln ein Marketing-Schwerpunkt sein.

Das Hotel „Lindenberger Hof“ darf sich mit der Auszeichnung „Drei Sterne Superior“ schmücken. Die Wirtsfamilie Grunert erhält die Urkunde von Wirtschafts-minister Martin Zeil persönlich überreicht.

Die 51-jährige Elisabeth Magin ist seit Dezember 2010 offiziell Schulleiterin an der Antonio-Huber- Schule. Sie behält die pädagogische Linie, die sie mit dem verstorbenen Schulleiter Josef Boch erarbeitet hat, bei.

Die Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul bleibt für ein Jahr geschlossen. Nachdem die Kirche außen schon in neuem Glanz erstrahlt, wird jetzt auch der Innenraum saniert. Zimmerer kümmern sich um die Holzkonstruktionen über Altarraum und Orgelempore, Kirchenmaler reinigen die Wände und beheben Risse und Mängel in den Deckenfresken. Die Gottesdienste finden in dieser Zeit in der Aureliuskirche statt.

Die beiden evangelischen Vikare Elisabeth Nipperdey (Pfarrei Lindenberg) und Kai Steiner (Weiler/Scheidegg) verlassen nach zwei Jahren „Lehrzeit“ das Westallgäu. Ob die Vikarstellen wieder besetzt werden, ist noch unklar.

Seinen 90. Geburtstag feiert der ehemalige Gymnasiallehrer, SPD-Stadtrat und Kreisrat Otto Procher. Er ist seit 20 Jahren Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und 2. Vorsitzender der Lindenberger Volkshochschule. Er empfindet es als Verpflichtung gegenüber Staat und Gesellschaft, sich bis ins hohe Alter vielfältig zu engagieren.

März

Nach zwölf Jahren an der Spitze der Kolpingsfamilie Lindenberg gibt der 65-jährige Reinhard Heim sein Amt an den neuen Vorsitzenden, Pfarrsekretär Jürgen Huber, ab. Reinhard Heim wird zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt.

Anlässlich der 100-Jahr- Feier der Lindenberger Sozialdemokraten eröffnet SPD-Landesvorsitzender Florian Pronold und Ortsvorsitzender Leo Wiedemann die Ausstellung „Rechtsradikalismus in Bayern“.

Der FC Lindenberg hat einen neuen Vorsitzenden. Der 52-jährige Michael Selbenbacher übernimmt von Christian Felder die Leitung des 530 Mitglieder umfassenden Fußballclubs.

Die Junge Union Westallgäu hat eine neue JU-Vorsitzende. Die 17-jährige Schülerin Judith Lechermann aus Lindenberg folgt auf Michael Braun.

Die Lindenbergerin Anna Rauh feiert bei guter Gesundheit ihren 102. Geburtstag. Erster Bürgermeister Johann Zeh überbringt ihr Glückwünsche vom Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

April

Sechs Monate gesperrt wird der Straßenverkehr im Bereich des unteren Stadtplatzes bis zur sog. Schickle-Kreuzung. Dafür wird ein provisorischer Fußgänger-bereich eingerichtet, über den der Stadtrat anschließend endgültig beschließen soll.

Über vier Millionen Euro hat der Landkreis in einen Anbau und die energetische Sanierung des alten Gebäudes der Realschule Lindenberg investiert. Mit über 900 Schülern ist sie die größte Schule im Landkreis.

Mai

240.000 Euro Finanzhilfe erhält die Stadt Lindenberg in diesem Jahr durch das „Bund-Länder-Programm West“. Dabei werden die bayerischen Kommunen unterstützt, die z.B. von städtebaulichen Folgen der demografischen Veränderung sowie aufgelassener Wirtschafts- und Industriebetriebe betroffen sind.

35 Jahre besteht das Industrieunternehmen „Mauderer Alutechnik“. 1976 als Drei-Mann-Betrieb im Gebäude der ehemaligen Bleicherei an der Färberstraße gegründet, befindet sich die Firma heute mit 115 Mitarbeitern an der Goßholzer Straße.

Die Polizeiinspektion Lindenberg bekommt einen neuen Chef. Alexander Pfaff, seit 2008 an der Spitze der örtlichen Polizeidienststelle, wechselt am 1. 6. 2011 als Leiter der Polizeiinspektion Fahndung nach Lindau. Dafür übernimmt Thomas Ortner, der bisher beim Landeskriminalamt München gearbeitet hat, im Rahmen des Aufstiegs in den höheren Polizeivollzugsdienst für sechs Monate die Leitung der Inspektion.

Das Lindenberger Hutmuseum im Haus der früheren Hutfabrik Mercedes im Brennterwinkel feiert sein 30-jähriges Bestehen. Gegründet und eingerichtet hat es Stadtrat und Oberamtsrat Hans Stiefenhofer, geleitet wird es seit 27 Jahren von dem aus der Hutbranche stammenden Manfred Röhrl. Er hat über Jahre hinweg viele wertvolle Exponate gesammelt, die wegen der Enge des Museums nicht alle gezeigt werden können.

Mit einem vielfältigen Programm findet am 22. 5. 2011 der Huttag statt. Im Mittelpunkt steht die Wahl der schönsten Hutträgerin. Die amtierende Deutsche Hutkönigin Anna Benedicta Walser übernimmt dabei im Rahmen ihrer Moderation eine Zeitreise durch die Geschichte der Hutherstellung. - Abgerundet wird der verkaufsoffene Sonntag u.a. durch ein Stadtquiz, bei dem die Teilnehmer Wissenswertes über die Stadt und ihren Einzelhandel erfahren können. – Musikalisch steht der Stadtplatz ganz im Zeichen der „Stadtkapelle Lindenberg“ und ihrer Blasmusik.

71 junge Menschen erhalten nach 13 Schuljahren das Zeugnis der Hochschul-reife. Sie sind der letzte G9-Jahrgang am Lindenberger Gymnasium. In Zukunft schließen die Schüler das Gymnasium mit dem bestandenen G8-Jahrgang ab.

Das 56 Jahre alte Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Lindenberg wird abgerissen. An gleicher Stelle entsteht ein neues Gemeindehaus – behinderten-gerecht und energetisch auf neuestem Stand.

Juni

Die Lindenberger SPD wird 100 Jahre alt. Nach dem Wegzug des ersten Vorsitzenden Kielsmark, ein Berliner, übernahm Karl Aßfalg den Ortsverein und organisierte die Partei auch im Westallgäu.

Der Lindenberger Waldsee wird vom Gesundheitsamt Lindau bis auf Weiteres mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ bewertet. Er gehört damit neben fünf anderen Badestellen am bayerischen Bodenseeufer zu den EU-Badegewässern mit der besten Wasserqualität.

Rund 500 Menschen feiern im Lindenberger Stadtpark bis Mitternacht das Parknachtfestival. Sechs Bands, die zumeist aus dem Westallgäu stammen, sorgen für Stimmung. Kultur- und Gästeamtsleiterin Kathrin Felle und das Jugendhaus Lindenberg haben das Festival gemeinsam organisiert.

Die Schützengesellschaft Lindenberg feiert im Schützenhaus ihr 150-jähriges Bestehen. Beim Festakt unterstreicht Schützenmeister Walter Smolnik den besonderen Einsatz der Böllerschützen beim Funken, beim Stadtfest und bei der Stadtparkeinweihung.

Juli

Am 16. Juli wird das 28. Stadtfest in Verbindung mit dem Kinderfest gefeiert.

Nach 19 Jahren ist im Kindergarten St. Afra eine großangelegte Sanierung nötig. Die Kosten für den Austausch von 15 Dachfenstern mit Teilen der umgebenden Holzkonstruktion betragen 120.000 Euro. Maximal 75 Prozent davon übernimmt die Stadt, den Rest die Kirchenstiftung als Trägerin von „St. Afra“.

Die Gesamtkosten für den Neubau des evangelischen Gemeindehauses belaufen sich auf 650.000 Euro. Die Sanierung der Wetterseite der Kirche kostet 50.000 Euro. Insgesamt leistet die Stadt einen Zuschuss von 70.000 Euro.

Die Evangelische Landeskirche sagt für den Bau 280.000 Euro plus ein Darlehen von 150.000 Euro zu. Weitere 20.000 Euro kommen vom Dekanat, die Kirche ihrerseits steuert ihre gesamten Rücklagen in Höhe von 80.000 Euro bei.

Den Abschluss der Sanierungsarbeiten feiert die Realschule Lindenberg. Die Kosten belaufen sich auf 2,8 Millionen Euro, von denen 1,75 Millionen über das Konjunkturpaket II als Zuschuss fließen.

Chefarztwechsel an der Rotkreuzklinik Lindenberg zum 1. Juli: Die Leitung für Anästhesie und operative Intensivmedizin übernimmt der bisher als Oberarzt am Haus tätige Anästhesist Dr. Andreas Weiß. Sein Vorgänger, Dr. Nikolaus Allgayer, der sich um das Krankenhaus große medizinische Verdienste erworben hat, geht mit 54 Jahren auf Weltreise.

151 Realschüler erreichen den mittleren Bildungsabschluss. Das ist eine Rekordzahl für die Lindenberger Schule, an der im kommenden Schuljahr ungefähr 930 Schüler in 35 Klassen unterrichtet werden.

Zum 6. Mal ist eine Schülergruppe aus der Partnerstadt Saline (Michigan) in Lindenberg zu Gast. Die 15 jungen Amerikaner besichtigen u.a. das Liebherr-Werk, unternehmen eine Bodensee-Tour und nehmen mit Robert Weigend vom Gästeamt an einer Stadtführung teil.

Seinen 90. Geburtstag feiert Gerhard Fey, der nach der Einweihung des Berliner Feriendorfes Nadenberg 28 Jahre Leiter der im Nachkriegsdeutschland so wichtigen Einrichtung war. Im Kirchenvorstand der evangelischen Johanneskirche war er 24 Jahre tätig. Heute ist er einmal pro Woche Lesepate an der Mittelschule.

August

Am 26. Und 27. August findet in Lindenberg das Internationale Käsefest statt. Käsehersteller und Produzenten aus sieben Ländern bieten auf der Käse- und Gourmetmeile ihre Spezialitäten an. Die weiteste Anreise haben die Aussteller aus Irland und den Niederlanden hinter sich. Insgesamt halten sich in Lindenberg 77 Händler auf. City-Manager Bernd Matthieu zieht trotz der gemischten Wetterlage ein positives Fazit.

Adolf Wagner, 60 Jahre lang aktives Mitglied der Stadtkapelle Lindenberg, feiert seinen 90. Geburtstag. 15 Jahre war er Vorsitzender der Stadtkapelle, zu deren Ehrenvorsitzendem er 1992 ernannt wurde. 2. Bürgermeister Dr. Wolfgang Dietlein überbringt dem Jubilar die Glückwünsche der Stadt.

September

In der Hauptstraße herrscht wieder freie Durchfahrt. Der Probelauf in Sachen Verkehrsberuhigung wird wegen der anhaltenden Proteste der Bürger- und Geschäftsleute vorzeitig beendet. Nur die Radler dürfen weiterhin in Gegenrichtung der Einbahnstraße fahren. Allerdings wird dafür ein gestrichelter Schutzstreifen eingerichtet. Damit ist der Versuch, in Lindenberg eine Fußgängerzone einzuführen, bis auf Weiteres gescheitert.

Die Nadenbergstraße ist für den Verkehr wieder freigegeben worden. Hier wurden Querhilfen für Radler und Fußgänger eingebaut und die Einmündungen der Bürgermeister-Schmitt- und der Aurel-Kohlerstraße neugestaltet. Die Stadt hat in die Straßenbaumaßnahme 300.000 Euro investiert.

Die Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle Westallgäu (WEST) mit Sitz in Lindenberg hat ein neues Gesicht. Die 24-jährige Betriebswirtin Sabine Berthele löst als Standort- und Regionalplanerin Andrea Schneider ab, die sich in Kempten selbstständig gemacht hat.

Die Jahre der Raumnot und Mängelverwaltung sind vorbei. Für 3,8 Millionen Euro hat der Landkreis das St. Martin-Förderzentrum am Wäldele saniert und erweitert. Entstanden sind ein Anbau und die Aufstockung des Gebäudes. Außerdem wurde die Schule energetisch saniert. An Zuschüssen fließen insgesamt 1,23 Millionen Euro.

20 Absolventen der Lindenberger Antonio-Huber- Schule erhalten von der Schulleiterin und den beiden Lehrern Karl-Heinz Schuster und Katrin Stierle die Abschlusszeugnisse.

Oktober

Die Grundschule Lindenberg ist saniert worden und erstrahlt in neuem Glanz.

840.000 Euro hat die Stadt in die energetische Sanierung des über 100 Jahre alten Gebäudes investiert. 376.000 Euro sind als Zuschuss über das Konjunkturpaket II geflossen.

Den diesjährigen Sozialistenhut des SPD-Kreisverbandes erhält die Landtagsabgeordnete Johann Werner-Muggendorfer, die sich in ihrer Tätigkeit immer wieder für die Schwachen in der Gesellschaft eingesetzt hat. Die Laudatio hält der Preisträger des Vorjahres, Heinz Buschkowsky, Bezirksbürgermeister in Berlin-Neu Kölln.

Der Simon- und Juda-Markt findet traditionsgemäß am 27. Und 28. 10 statt. Der früher damit verbundene verkaufsoffene Sonntag geht aber schon am 23. 10 über die Bühne. Parallel dazu sorgen der Vergnügungspark, Schieß- und Losbuden für Unterhaltung. Durch die Vorverlegung hofft die Leistungsgemeinschaft mehr Kunden und Gäste anlocken zu können.

Mit viel Musik, Kunst und Kultur erwacht das alte Kesselhaus der ehemaligen Hutfabrik Reich bei den Lindenberger Kulturtagen zum Leben. Vom 15. September bis 16. Oktober präsentiert das Kultur- und Gästeamt eine bunte Mischung von A-Capella-Musik über experimentelles Töpfern bis zu einer Lichtinstallation. Auch ein Poetry-Slam, der sich als Liebling der Kulturreihe herauskristallisiert hat, gehört zum Programm. Als der Liedermacher Werner Specht mit seiner Gruppe im Kesselhaus auftritt, ist der Abend mit 150 Besuchern ausverkauft.

Die 45. Westallgäuer Kunstausstellung im Löwensaal bietet einen Überblick über Bilder, Skulpturen und andere Kunstwerke aus der Region Bodensee, dem Allgäu und Vorarlberg. 100 Künstler haben ihre Arbeiten eingereicht, 65 wurden von der Jury um Ausstellungsleiter Helmut Caprano ausgewählt. – Das „Vokalensemble 5 Gramm“ umrahmt die Ausstellungseröffnung mit hinreißenden Darbietungen.

Stadtarchivar Günter Fichter (70) erhält den Kulturpreis 2011 der Stadt Lindenberg. Seit 31 Jahren kümmert sich der inzwischen pensionierte Realschullehrer für Deutsch, Geschichte und Ethik ehrenamtlich um das Archiv der Hutstadt. Zudem hat er mit zahlreichen Vorträgen, Artikeln und Ausstellungen die Lindenberger Geschichte dokumentiert. Er ist auch Mitglied beim Literaturzirkel „Federkiel“, wo er selbstverfasste Gedichte und Balladen vorträgt. – Kulturreferentin Hannelore Windhaber bezeichnet Fichter in ihrer Laudatio als „die kulturelle Seele der Stadt“.

Mit Werner Stuhler aus Hergensweiler bekommt erstmals ein Fotograf den Westallgäuer Kunstpreis. Bernhard Gutowski, Vorstand der Lindenberger Volksbank, überreicht den mit 1.000 Euro dotierten Preis. Mit einer Technik, die Stuhler Fotografik nennt, verändert er die Aufnahmen, so dass manche fast grafisch wirken.

Nach 31 Jahren an der Rotkreuzklinik in Lindenberg geht der aus Weiler stammende Herzspezialist Dr. Bernd Ferber mit 62 Jahren in den vorgezogenen Ruhestand. Er hat sich – wie Generaloberin Edith Dürr bei der Verabschiedung hervorhebt – erfolgreich dem Kampf gegen den plötzlichen Herztod verschrieben. Unter Ferbers Federführung wurde die Rotkreuzklinik als erste herzsichere Klinik Süddeutschlands zertifiziert.

Alle 20 Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Krankenpflege in Lindenberg haben ihre Prüfung erfolgreich bestanden und sind jetzt ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger/innen.

November

Der Lindenberger Stadtrat beschließt einen Gestaltungswettbewerb für eine Erneuerung des Stadtplatzes und erwartet auch ein Konzept für die angrenzende Hauptstraße.

Der Stadtrat entwickelt mit breiter Mehrheit ein Konzept, das Projekt Kulturzentrum Reich zu verwirklichen. Die Verwaltung wird beauftragt, einen entsprechenden Bauauftrag auf den Weg zu bringen. Matthias Gaupp stellt das Bauprojekt und die voraussichtlichen Baukosten von 9,5 Millionen Euro vor. In Sachen Zuschüsse zeigt sich Bürgermeister Johann Zeh zuversichtlich und erwartet deutlich mehr als 5 Millionen Euro. Im nächsten Frühjahr wird der Stadtrat über das Projekt grundsätzlich entscheiden.

Simone Kitz löst bei der Lindenberger Leistungsgemeinschaft Stephan Hagenburger ab und gehört damit neben Paul Kirchner, Daniel Haisermann und Karl Bufler zum gleichberechtigten Vorstand.

Rund 1950 Kunstinteressierte haben die diesjährige Westallgäuer Kunstaus-stellung besucht. Den Publikumspreis hat die Acrylmalerei von Rosemarie Weisshaar aus Oberstaufen erhalten.

Nach der Generalsanierung des Innenraums der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul findet mit der traditionellen Hubertusmesse wieder der erste Gottesdienst statt.

Einen kompletten, modernen Operationssaal hat die Rotkreuzklinik Lindenberg dem Rotary Club Lindenberg-Westallgäu gespendet. Der scheidende Augenarzt Dr. Michael Thiel, der sich schon seit Jahren um Hilfsprojekte in Entwicklungs-ländern kümmert, baut damit in Kenia ein Augenzentrum auf, um den vom grauen und grünen Star bedrohten Menschen das Augenlicht zu retten.

Wilma Linke, Gründerin des Freundeskreises für die Bolivienhilfe, feiert ihren 75. Geburtstag. Sie hat in den vergangenen 30 Jahren zur Bekämpfung der Kinderarmut 4 Millionen Euro in bar und Hunderte von Tonnen an Hilfsgütern gesammelt. Für ihr Entwicklungshilfeprojekt wurde sie u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Dezember

Die Stadt Lindenberg hat zwei geschindelte Häuser an der Hauptstraße erworben. Das grüne Haus soll im nächsten Frühling abgerissen werden, um Parkplätze für das künftige Kulturzentrum Reich zu gewinnen, das gelbe bleibt für Wohnzwecke erhalten.

Das ungünstige Wetter war für viele Lindenberger kein Hindernis, den Adventsmarkt in der Goethe- und Rathausstraße zu besuchen. Viele Vereine nutzen den Markt nicht nur, um auf sich selbst und eigene Anliegen aufmerksam zu machen, sondern auch um Geld für wohltätige Zwecke – zumeist für Kinder und Jugendliche – zu verdienen.

Die Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul liegt der Kolpingfamilie besonders am Herzen. 2.000 Euro spendet sie für die abgeschlossene Sanierung des Gotteshauses. Zusammengekommen ist der Betrag beim diesjährigen Adventsmarkt.

Die Lindenberger Polizeiinspektion steht unter neuer Führung. Der 50-jährige Polizeihauptkommissar Uwe Christian Wucher aus Lindau übernimmt von Thomas Ortner die Leitung.

Der 1967 gegründete Eisstockschützenverein steht vor dem Aus. Es gibt keine aktive Mannschaft mehr und der Nachwuchs fehlt. Wenn sich niemand für die Vorstandsarbeit findet, droht die Auflösung. – Bis dies aber geschehen kann, steht der bisherige Vorstand in der Pflicht. Es gibt erbbaurechtliche Vertragsbindungen, die nicht so ohne Weiteres aufgelöst werden können. Zum Beispiel muss der Verein im Falle einer Auflösung die Asphaltbahn im Landschaftsschutzgebiet rückbauen. Eventuell müssen sogar Zuschüsse zurückgegeben werden.

Chronik 2012

Januar

Zu Beginn des Jahres 2012 hat Lindenberg 11.140 Einwohner.

Der Lindenberger Bürgermeister Johann Zeh und sein Scheidegger Kollege Ulrich Pfanner beschließen zusammen mit den anderen Mitgliedern des Zweckverbandes „Gewerbegebiet Hauser Wiesen“ die Erstellung eines Bebauungsplanes für das Liebherr-Gelände in Lindenberg und Scheidegg. Allgemein wird von einem „positiven Zeichen für das Westallgäu“ gesprochen.

Siegfried Wagner, der sein Leben dem Fußball verschrieben hat, begeht am 24. 1. 2012 seinen 90. Geburtstag. In den 50er Jahren zählte er zu den besten Spielern Oberschwabens und war später 24 Jahre lang Vorsitzender des Fußballclubs Lindenberg. Auch auf politischem Gebiet erwarb sich Wagner Verdienste: 1966 war er Mitbegründer der Freien Wähler in Lindenberg. Von 1966 bis 1996 gehörte er dem Stadtrat an, davon 18 Jahre als 3. Bürgermeister.

Seltene Ordensverleihung beim THW Lindenberg: Bei der Jahreshauptversammlung wird Ortsbeauftragter Wolfgang Strahl für sein Engagement im Bereich der Gefahrenabwehr mit dem Ehrenzeichen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk geehrt.

Beim Winterfest im Lindenberger Stadtpark formen Bildhauer und Steinmetze sechs Schneeskulpturen. Den Wettbewerb der Gewerbetreibenden gewinnen Frank Bergmann (Röthenbach) und Sebastian Müller (Oberstaufen). Beim Jedermann-Wettbewerb holen Elena und Chiara Vögel Platz 1.

Februar

Liebherr-Aerospace informiert die Bürger im Löwensaal über die geplante Erweiterung des Werkes. Bis 2018 will das Werk in sechs Bauphasen seinen Standort in Lindenberg ausbauen. Entstehen sollen u.a. Montagehallen, ein Verwaltungsbau und ein Parkhaus mit 1450 Stellplätzen. Nach der Erstellung des Bebauungsplanes werden der Stadtrat und der Gemeinderat Scheidegg darüber beraten.

Die GKWG (Gemeinnützige Kreiswohnungsbaugesellschaft) wird in den kommenden Jahren ihre Schindelhäuser in der Jäger- und Otto-Keck-Straße abreißen, weil sie nicht mehr den heutigen Vorstellungen entsprechen. Wie die GKWG die Fläche nach dem Abriss nutzen wird, ist noch unklar.

Der Fortbestand des Lindenberger Kunsteises ist auch für die nächsten Jahre gesichert. Der Stadtrat lobt die gute Arbeit des Kunsteisfördervereins und zahlt drei Jahre lang jeweils 25.000 Euro Zuschuss, zusätzlich stellt er einen Eismeister.

Das neue Gemeindehaus für die 3.600 Mitglieder der evangelischen Kirche wird eingeweiht. Neun Monate nach dem Abriss des alten Gebäudes haben damit die 20 Kleingruppen und Teams der Kirchengemeinde wieder eine Heimstätte.

Walter Heinz Bernstein, Kantor und Lindenberger Kulturpreisträger von 1990, wird 90 Jahre alt. Er hat nach seiner Ausreise aus der DDR von 1985 bis 2002 als Organist, Musiklehrer und Kirchenchorleiter das musikalische Leben Lindenbergs bereichert.

März

Die Stadt Lindenberg will 2012 kräftig investieren. Sieben Millionen Euro sind dafür im Entwurf des Haushalts vorgesehen. Das Geld soll vor allem für das Kulturzentrum Reich, Straßen, den Bau der Kinderkrippe und einen neuen Kunstrasen verwendet werden. Zur Finanzierung der Ausgaben dienen die reichlich fließenden Steuereinnahmen und der Verkauf von Grundstücken, wie z.B. das des früheren Caritas–Senioren-Zentrums an der Sedanstraße.

Allein für das Kulturzentrum, das bis zur Fertigstellung 2014 9,5 Millionen Euro kosten wird, sind 2012 bereits 2,3 Millionen Euro vorgesehen, in den beiden folgenden Haushalten müssen jeweils 3,25 bzw. 3,15 Millionen Euro eingestellt werden. In diese Zahlen sind die staatlichen Zuschüsse schon eingerechnet.

Der Stadtrat von Lindenberg und der Gemeinderat Scheidegg heißen in einer gemeinsamen Sitzung den Bebauungsplan der Liebherr-Erweiterung gut. Der Baubeginn, so das Werk, kann schon im Juni 2012 erfolgen.

Kathrin Felle, Leiterin des Kultur- und Gästeamts, berichtet im Stadtrat über die zahlreichen Aktivitäten im vergangenen Jahr. Mit Engagement und Ideenreichtum hat sie zur Steigerung des kulturellen Angebotes beigetragen und erhält dafür von allen Seiten großes Lob. Als Leiterin des Gästeamtes kann sie auch über zunehmende Tourismuszahlen berichten.

Das Schmelzkäsewerk Bayernland eG wird an die Schreiber & Rupp-Gruppe mit Sitz in Hörbranz verkauft. Die Schmelzkäse-Käseproduktion geht unverändert weiter. Alle Mitarbeiter werden übernommen.

Der Ortsverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Lindenberg besteht seit 60 Jahren. Um möglichst viele, sozial schwache Mitbürger unterstützen zu können, werden u.a. Haussammlungen durchgeführt. Besonders wichtig, so die Ortsvorsitzende Rosl Janka, ist das ehrenamtliche Engagement. Die AWO unterhält in Lindenberg zwei Vorzeigeobjekte, den Kinderhort und das Gebäude „Alpenblick“, das zum betreuten Wohnen mit 43 Appartements umgebaut wurde.

Dr. Egon Hartmann wird bei der Generalversammlung des TV Lindenberg als Vorsitzender wiedergewählt. Der Verein hat 1419 Mitglieder, wovon 40 Personen Kinder und Jugendliche, 20 Prozent älter als 60 Jahre sind.

April

Der Stadtrat gibt für den Neubau von Liebherr-Aerospace grünes Licht. Begonnen wird mit der 258 Meter langen Montagehalle, einem der größten Bauvorhaben in der neueren Geschichte des Westallgäus.

Nach intensiven Diskussionen beschließt der Stadtrat mit der Kirchenstiftung den Bauvertrag für eine dreigruppige Kinderkrippe. Eine Gruppe ist neu, die beiden anderen ersetzen entsprechende Einrichtungen im Kindergarten. Insgesamt soll das Vorhaben an der Lauenbühlstraße 1,8 Millionen Euro kosten. 1,1 Millionen Euro sind als Zuschuss zugesagt. –Entsprechend dem Baufortschritt leistet die Stadt Abschlagszahlungen auf die Gesamtsumme. Um die zugesagten Zuschüsse zu erhalten, muss der Bau am 30. November 2013 abgerechnet sein.

Ihren 90. Geburtstag feiert Irma Milz im Caritas Seniorenzentrum St. Martin in Lindenberg. 3. Bürgermeister Reinhold Freudig überbringt im Namen der Stadt Glückwünsche.

Mai

Die Bauarbeiten auf dem Reichgelände haben begonnen. Die IVG Immobilien- und Verwaltungs GMBH als Auftraggeber rechnet mit einer Bauzeit von mindestens 14 Monaten. Auf dem Areal entsteht eine Anlage mit 35 Wohnungen, samt Tiefgarage und sechs Penthouse-Wohnungen. 45 Prozent der Wohnungen sind bereits verkauft.

Für den Umbau der ehemaligen Hutfabrik Reich zu einem Kulturzentrum erhält die Stadt Lindenberg 800.000 Euro aus Mitteln der Landesstiftung. Der Zuschuss dient der Sanierung und Umnutzung des Gebäudes in einen kulturellen Bereich mit Hutmuseum, Veranstaltungsbereich, Gastronomie, Kleinkunstbühne und Gästeamt. Die Mittel der Landesstiftung sind der zweite bedeutende Zuschuss für das Projekt, für das auch Gelder aus dem Programm Leader+ bewilligt worden sind.

Wie Landtagsabgeordneter Eberhard Rotter mitteilt, erhält die Stadt aus dem Kulturfonds des Freistaates Bayern 1,77 Millionen Euro für das Kulturzentrum Reich.

Vor 10 Jahren zog das Caritas-Seniorenzentrum St. Martin in den Neubau an der Färberstraße ein. Die Caritas Augsburg, Beschäftigte und Bewohner sowie zahlreiche Gäste feiern das Jubiläum. Der emeritierte Weihbischof Josef Grünwald zelebriert den Gottesdienst

Am 6. Mai 2012 findet der 13. Huttag statt. Im Mittelpunkt steht die Wahl der 2. Deutschen Hutkönigin: Auf Anna Benedicta Walser folgt Marita Prestel aus Kempten, die das Amt für zwei Jahre bekleidet.

Vom 8. Bis 11. Mai finden an der Lindenberger Mittelschule die vierten und letzten Theatertage statt. Konrektor Uli Mayer, der seit 38 Jahren mit den Schülern erfolgreich Theater spielt, möchte damit einen Schlusspunkt unter die anstrengende Tätigkeit als Regisseur und Organisator setzen.

Am 16. Mai findet in Lindenberg die 15. Musiknacht statt. In sechs Kneipen und Gaststätten können die Musikfans bei Pop und Rock, House oder Irish Folk tanzen und feiern.

Juni

Die Stadt Lindenberg beginnt mit dem Verkauf des früheren Seniorenzentrums an der Sedanstraße. Das Haus steht leer, seit die Caritas im Sommer 2002 ihren Neubau an der Färberstraße bezogen hat. Gebäude und Grundstück mit insgesamt 10.000 Quadratmeter gehören der Stadt, die sich bisher vergeblich bemüht hat, einen Käufer zu finden. Laut neuerlicher Ausschreibung können Investoren anstelle des jetzigen Gebäudes ein Hotel, eine Wohnbebauung oder eine Kombination aus beidem errichten. Bewerber müssen entsprechende Konzepte und ein Kaufangebot einreichen. Eine Jury aus Fachleuten und Stadträten wird sie bewerten und dem Stadtrat einen Vorschlag unterbreiten. Der Verkauf des Hauses soll der Stadt helfen, das Kulturzentrum Reich zu verwirklichen.

Die Stadt hat nun Zusagen über 6,1 Millionen Euro an Zuschüssen für den Bau des Kulturzentrums. Jetzt liegt es beim Stadtrat, den Bau des Jahrhundertprojekts zu beschließen.

Nachdem sich der Verein der Eisstockschützen Ende 2011 aufgelöst hat, diskutiert der Stadtrat über die weitere Verwendung von Gelände und Vereinsheim, die der Stadt gehören. Die Stadträte wollen sie interessierten Vereinen anbieten, was aber an der mangelnden Nachfrage scheitert. – Der Bund Naturschutz spricht sich hingegen für den Rückbau des Gebäudes und die Renaturierung des gesamten Areals aus, zumal es im Landschaftsschutzgebiet liege und nach der europäischen FFH-Richtlinie geschützt sei.

Seit August 2003 war der Freiburger Professor Dr. Ulrich Schöffel an der Rotkreuzklinik in Lindenberg tätig, sieben Jahre davon als Ärztlicher Direktor. Jetzt wechselt der 59-Jährige an die Asklepiosklinik in seiner Heimatstadt Lindau. Sein Nachfolger wird Dr. Josef Lang, Oberarzt am Klinikum in Memmingen.

Der Hort der Arbeiterwohlfahrt in Lindenberg bleibt eine integrative Einrichtung, es kann also eine größere Zahl an behinderten Kindern betreut werden. In diesem Jahr sind es 12 Buben und Mädchen. Die Kosten für das neue Hortjahr betragen insgesamt 54.000 Euro, von denen die Stadt 21.000 Euro tragen muss. Alle Stadtratsfraktionen loben die wertvolle Arbeit, die im Hort geleistet werde.

Die Lindenberger Sing- und Musikschule hat einen neuen Leiter. Artur Tronsberg, bisher stellvertretender Schulleiter, löst Ulrich Gerle ab, der aus persönlichen Gründen „ins zweite Glied zurückgetreten ist“, aber weiter an der Musikschule unterrichtet.

Juli

Liebherr beginnt mit offiziellem Spatenstich die große Werkserweiterung.

Der Stadtrat hat einen Wettbewerb zur Aufwertung der Lindenberger Innenstadt gestartet. Acht Planungsbüros haben sich daraufhin Gedanken über die Gestaltung des Stadtplatzes und der angrenzenden Bereiche gemacht. Gewonnen hat den Wettbewerb das Kemptener Büro Maucher+Höß in einer Arbeitsgemeinschaft mit Geiger und Waltner (Landschaftsarchitekten aus Kempten) und Annika Röthemeyer (München). U.a. sollen zwei neue Gebäude am südwestlichen Rand des Stadtplatzes entstehen, wobei die Sichtachse zur Stadtpfarrkirche nicht zerstört werden darf. Der Brunnen vor dem Rathaus würde an die Westseite verlegt werden. Entlang der Hauptstraße sind kleine Plätze vorgesehen, die sich aneinanderreihen. So könnte vom Stadtzentrum bis zum geplanten Kulturzentrum eine attraktive Verbindung entstehen. Die Ergebnisse werden im Löwen-Foyer öffentlich vorgestellt. Jetzt ist es die Aufgabe des Stadtrates, den Sieger des Gestaltungswettbewerbes zu küren.

Der Stadt Lindenberg steht ein Bürgerbegehren ins Haus. Hannes Schneider, Klaus-Peter Roos und Martin Fink wollen Unterschriften „gegen einen Bau des Kulturzentrums auf dem ehemaligen Reichgelände“ sammeln. Sie rechnen damit, dass die „Folgekosten die Finanzkraft der Stadt übersteigen“ und dadurch andere Vorhaben wie die Sanierung von Hallenbad, Straßen und Bildungseinrichtungen blockiert werden. Um erfolgreich zu sein, benötigen die Initiatoren rund 800 Unterschriften. Dann können die Bürger entscheiden.

Die Stadt verliert an Einfluss im Aufsichtsrat der GKWG. Die Aufsichtsräte sind künftig nur den Belangen der Gesellschaft verpflichtet. Das gilt auch für Bürgermeister und Stadträte. Der neue Gesellschaftsvertrag sieht zudem eine Verlegung des Firmensitzes von Lindenberg nach Lindau vor. - Die GKWG besitzt rund 1004 Wohneinheiten, der größte Teil davon (624) befindet sich in Lindenberg.

Die Scheidegger Firma Demmel AG, Zulieferer der Automobilindustrie, beginnt im Westpark (Hauser Wiesen) mit dem Bau eines neuen Werkes. Auf dem 12.500 Quadratmeter großen Grundstück werden 5.000 Quadratmeter neue Produktions- und Lagerflächen entstehen. – Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh, derzeit Vorsitzender des Zweckverbandes Hauser Wiesen, spricht von einem stattlichen Gebäude mit architektonischer Qualität.

Die Lindenberger feiern die Eröffnung ihres sanierten Stadions mit einem bunten, sportlichen Programm. Diakon Wolfgang Dirscherl und Pfarrer Martin Strauß erteilen den Segen. –Die Kosten für die Generalsanierung betrugen 1,2 Millionen Euro. 254.000 Euro zahlt der Freistaat Bayern als Zuschuss.

Das Lindenberger Stadtfest fällt wetterbedingt aus. Nur das Kinderfest der Lindenberger Grundschule, das gemeinsam mit dem Kinderhort durchgeführt wird, findet statt.

Der neue Bolzplatz an der Lauenbühlstraße wird mit einem Fußballturnier für Kinder und Jugendliche eingeweiht. Nach Aussage von Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann kommt der Bolzplatz günstiger als die im städtischen Haushalt veranschlagten 105.000 Euro.

Die Firma Baldauf Käse besteht seit 150 Jahren. 1862 hat der Strohhuthändler Martin Baldauf in Goßholz eine Emmentaler-Käsehandelsfirma begründet, die über Generationen hinweg in Familienbesitz geblieben ist. Heute stellen die Gebrüder Baldauf 800.000 Kilogramm Käse im Jahr her. – Geschäftsführer Anton Eß würdigt in seiner Laudatio die „gute silagefreie Heumilch“ der Allgäuer Bauern, die die Grundlage für die ausgezeichnete Käsequalität bilde.

Justine Maier aus Lindenberg feiert im Seniorenheim St. Martin ihren 100. Geburtstag. Sie ist damit die zweitälteste Bürgerin der Stadt.

Der Stadtrat sieht von einer Nachnutzung der Eisstockschützen-Anlage am Waldsee ab und beschließt endgültig den Rückbau des Vereinsheimes und die Renaturierung des Geländes.

August

Die Mehrheit des Lindenberger Stadtrats spricht sich mit 15:5 Stimmen für das geplante Kulturzentrum aus. Die Gegner des Projektes sind allerdings der Meinung, dass die jährlichen Folgekosten viel zu hoch ausfallen und bereiten ein Bürgerbegehren vor.

An der Sedanstraße wird der inzwischen stumpfe, an vielen Stellen geflickte Kunstrasen erneuert. Die Sanierung ist mit rund 378.000 Euro Kosten eine der größten Maßnahmen der Stadt im Jahre 2012.

Am letzten August-Wochenende findet in Lindenberg das 12. Käse- und Gourmetfest statt. 72 Hersteller aus neun Nationen, darunter ein Produzent aus Marokko, bieten auf der Käsemeile ihre Produkte an. Tausende Genießer besuchen das Fest, bei dem neben allerlei kulinarischen Köstlichkeiten ein buntes Rahmenprogramm geboten wird.

Mit 91 Jahren ist der AWO-Kreisvorsitzende Otto Procher gestorben. Er war im Ehrenamt und in der Kommunalpolitik ein Vorbild. Im Mittelpunkt seines Wirkens standen u.a. die Benachteiligten, die sich nicht selbst helfen konnten. Von 1950 bis 1983 lehrte er Generationen von Schülern am Gymnasium Deutsch, Französisch und Geschichte. Mit Dr. Karl Häberle gehörte er zu den Mitgründern der Volkshochschule. 30 Jahre lang engagierte sich der Sozialdemokrat als Stadtrat, davon sechs Jahre als 3. Bürgermeister. Als Vorsitzender des Wohlfahrtsverbandes im Landkreis Lindau wurde er weit über Lindenberg hinaus zu einer sozialen Institution.

Dr. Georg Gänswein, Privatsekretär von Papst Benedikt XVI., schickt ein weißes Scheitelkäppchen, das der Papst getragen hat, für das Museum nach Lindenberg.

September

1285 Unterschriften haben die drei Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen das Kulturzentrum gesammelt und dem Bürgermeister übergeben. Damit können die Bürger noch in diesem Jahr über das Projekt abstimmen. Hauptargumente der Bürgerinitiative gegen das Projekt sind die Kosten für die Investition und den laufenden Betrieb.

Der Verkauf der 42 Wohnungen der GKWG an der Otto-Keck- und Heinrich Brauns-Straße stößt auf politischen Widerstand. Die SPD beklagt in einer Sondersitzung des Stadtrates, dass sie vom Verkauf der sieben Gebäude erst aus der Zeitung erfahren hat. Sie sieht zumindest moralisch ein Vorkaufsrecht der Stadt.

Die Stadt ehrt Dr. Wolfgang Dietlein zu seinem 75. Geburtstag. Er gehört zu den erfahrensten Stadträten und ist seit 22 Jahren der Zweite Bürgermeister der Stadt.

Die ehemalige Bergführerin Sofie Fritsch feiert im Seniorenheim St. Martin ihren 95. Geburtstag. Ihr Vorbild ist der berühmte Bergsteiger und Filmregisseur Luis Trenker.

Oktober

Der Neubau der Kinderkrippe an der Lauenbühlstraße liegt im Zeit- und Kostenplan. 1,8 Millionen Euro sind veranschlagt, im Mai 2013 will man fertig sein. Ab dem Betreuungsjahr 2013/2014 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für ihre unter drei Jahre alten Kinder. Bis dahin will die Stadt 57 Plätze anbieten können.

Die Innensanierung der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul ist abgeschlossen. Jetzt werden die letzten Gerüstteile entfernt. Kirchenmaler und Handwerker haben die vergangenen Monate die Wände und Decken gereinigt, neu gestrichen und ausgebessert. Nach einem abschließenden Kirchenputz können die Gläubigen Ende Oktober in ihrer Pfarrkirche wieder Gottesdienst feiern.

November

Die Stadt weist nach längerer Pause ein größeres Baugebiet mit 13 Bauplätzen aus. Am Nadenberg entstehen auf einem 12.000 Quadratmeter großen Areal neben Einfamilienhäusern auch Doppelhäuser und ein Mehrfamilienhaus.
Da die Zahl der Geburten in Lindenberg steigt, braucht die Stadt mehr Platz in Krippe und Kindergärten. Deshalb bleibt der Kindergarten St. Martin vorläufig erhalten.

Weil die Stadt laut Vereins-Liquidator die Frist für einen Anspruch versäumt hat, ist der Abriss des Gebäudes und der Asphaltbahnen im Landschaftsschutzgebiet am Waldsee vorerst vertagt.

Dr. Friedrich Haag, Lindenberger Stadtrat, übernimmt von Franz Bischoffberger den Vorsitz des Kreisverbandes der Freien Wähler. Er will die Basis verbreitern und deshalb die Kreistags- Fraktionssitzungen der Freien Wähler für potenzielle, vor allem jüngere Kandidaten öffnen.

Nürnbergs Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly erhält am 9. November den Sozialistenhut des Lindauer SPD-Kreisverbandes. In ihrer Laudatio hebt die Preisträgerin des Vorjahres, Johann Werner-Muggentaler, sein Bemühen um sozial benachteiligte Familien hervor. Maly habe in seiner Amtszeit verschiedene Integrations-Maßnahmen angestoßen, so das Projekt „Spielend lernen in Familie und Stadtteil“.

Der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt feiert sein 60-jähriges Bestehen. Der Verein hatte in dieser Zeit nur drei Vorsitzende: Alfred Arnswald (3 Jahre), Theo Steiner (44 Jahre) und von 1999 bis heute Rosl Janka.

Edgar Rädler wird bei der Generalversammlung des Lindenberger Trachtenvereins „Mühlbachtaler“ erneut zum Vorsitzenden gewählt. Da die Jugend zunehmend ausbleibt, soll in Zukunft verstärkt für den Nachwuchs geworben werden.

Kameramann Holly Fink, der bei vielen großen Filmprojekten mitwirkt, erhält im Rahmen der Eröffnung der Westallgäuer Kunstausstellung den Kulturpreis der Stadt Lindenberg. Heute zählt der Lindenberger zu den Größen der deutschen Filmindustrie und hat wesentlichen Anteil an bedeutenden Kino- und TV-Produktionen.

Den Publikumspreis bei der Westallgäuer Kunstausstellung gewinnt die Keramikarbeit „Emotionen“ von Annedore Küchler-Geist aus Ofterschwang.

Der Skiclub Lindenberg tauscht fast die ganze Vereinsführung aus. An der Spitze des Vereins steht jetzt Ralph Klauber. Der bisherige Vorsitzende Frank Reisinger bleibt dem neuen Führungsgremium als Beisitzer erhalten.

Dezember

Die Stadt kann das Kulturzentrum Reich bauen. Das Bürgerbegehren gegen das Millionen-Projekt erhält zwar eine Mehrheit, verfehlt aber die nötige Mindeststimmenzahl deutlich. Die Wahlbeteiligung liegt bei 29,5 Prozent.

Das Feriendorf auf dem Nadenberg leidet seit fünf Jahren unter geringer Auslastung. Zählte der 1960 eingeweihte Park unter „Dorfschulze“ Joe Peinze vor zehn Jahren noch über 80.000 Übernachtungen, so hat sich diese Zahl nach erheblichen Schwankungen auf heuer 58.000 eigependelt. 2011 waren auf dem Nadenberg 600 Schüler aus Norddeutschland einquartiert. Sie verbrachten in Steibis bei Oberstaufen eine Skiwoche.
Rund 9.000 Euro hat die Kolpingfamilie, so Vorsitzender Jürgen Huber, im vergangenen Jahr an soziale Einrichtungen und für die Sanierung der Stadtpfarrkirche gespendet. Präses des Vereins ist seit zehn Jahren Stadtpfarrer Leander Mikschl.

Lindenberg, den 20.01.2013 Günter Fichter

Chronik 2013

Januar

Bildhauer und Steinmetze gestalten im Stadtpark Kunstwerke aus Schneequadern. Sieger beim 4. Lindenberger Winterfest werden Frank Bergmann (Heimenkirch) und Sebastian Müller (Oberstaufen) mit der Schneeskulptur „Steinbock“. Den 2. Preis erhalten Günther Schrade (Maierhöfen) und Anke Tovenradt (Langenried) mit „Bulle und Bär“. Der 3. Preis geht an Martin Maurer (Niederstaufen) und Thomas Craig (Kempten) für die Skulptur „Eisbären“. – In der Innenstadt nehmen zwölf Gewerbetreibende an dem Wettbewerb teil, wobei „Buch Netzer“ mit „Bücherwurm“ Sieger wird.

Vor sechs Jahren hat der Stadtrat die Umgestaltung des aufgelassenen Alten Friedhofs beschlossen. In diesem Jahr soll das Konzept nach und nach umgesetzt werden.

Lindenberg reicht Klage gegen die Kreiswohnungsbaugesellschaft (GKWG) ein. Die Stadt lässt in einem ersten Schritt den Anspruch auf den Erlös von Immobilien im Otto-Keck-Areal prüfen. Es geht dabei um 400.000 Euro, insgesamt aber um bis zu 2,5 Millionen. Die Stadt beteuert den Willen zum Kompromiss.

Februar

Gästeamtsleiterin Kathrin Felle spricht von einem Rekordjahr: Mehr als 25.000 Gäste sind 2012 nach Lindenberg gekommen. Besonders die Hotels haben von der hohen Zahl an Geschäftsreisenden profitiert. Anders verhält es sich beim Bayernpark, der durch die Nutzung für Schilager eine vergleichsweise hohe Auslastung hatte. Über 150.000 Übernachtungen gab es 2012 in Lindenberg.

Die Liebherr-Aerospace Lindenberg GmbH hat als führendes Unternehmen in der Titan-Bearbeitung ein neues Kompetenzzentrum Titan in Betrieb genommen. Auf 264 Quadratmetern werden Titan-Teile mit High Tech- Maschinen automatisch bearbeitet. Seine Eigenschaften machen das Metall interessant für die Luft- und Raumfahrtindustrie.

Zum 50jährigen Bestehen hat die Betriebsfeuerwehr Liebherr-Aerospace Lindenberg ein Universal-Löschfahrzeug in Betrieb genommen. Jetzt wurde sie als einzige Wehr im Westallgäu als Werksfeuerwehr anerkannt.

Die Caritas Sozialstation Westallgäu mit Sitz in Lindenberg erhält als größter ambulanter Pflegedienst im Landkreis bei der Überprüfung durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse die Bestnote.

Mehr als 40 Jahre haben Helmut Böller und Leo Wiedemann als SPD-Stadträte das Geschehen in Lindenberg mitgeprägt. Dafür erhalten sie jetzt die Willy-Brandt-Medaille, die höchste Auszeichnung der SPD.

Der Kinderschutzbund Lindenberg eröffnet in der Marktstraße einen Kleiderladen für Baby- und Kindersachen, Herren- und Damenmode. Über 20 ehrenamtliche Helfer rund um die Organisatorin Luise Bischoffberger halten den Laden am Laufen.

Dr. Egon Hartmann, langjähriger Vorsitzender des Sportkreises Lindau und Vorstand des TV Lindenberg, hat für seine Verdienste um den Sport das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Die Wasserwacht Lindenberg hat einen neuen Vorsitzenden: Ralph Reithmeier löst Helmut Strahl ab, der 24 Jahre lang an der Spitze des Vereins stand.

Der Kneippverein Lindenberg hat einen neuen Vorstand. Nach dem überraschenden Tod von Maria Beyer wird die bisherige Schatzmeisterin Irmgard Pewestorf neue Vorsitzende.

März

Der Stadtrat verabschiedet mit großer Mehrheit einen Haushalt mit Rekordausgaben: 25,7 Euros will die Stadt in Kulturzentrum, Straßen und Kinderkrippe investieren. Mit Steuereinnahmen und hohen Erlösen aus Grundstücksverkäufen sollen die Kosten gedeckt werden.

Die Lindenberger Volksbank spricht – so Vorstand Bernd Müller – vom „106. und erfolgreichsten Geschäftsjahr“. Zusammen mit seinem Kollegen Bernhard Gutowski berichtet er von einer deutlichen Steigerung des Kredit- und Anlagevolumens. 122 Immobilien wurden 2012 vermittelt.

Die gemeinnützige Gesellschaft aus Lindau will Anfang Juni in Lindenberg ein Kaufhaus „Chance“ eröffnen. In der früheren Buchhandlung Netzer in der Weinstraße sollen vor allem Kleinmöbel, Elektroartikel und gebrauchte Bücher angeboten. Die Stadt Lindenberg beteiligt sich mit 5000 Euro an einer noch zu gründenden gemeinnützigen Gesellschaft. Ziel ist es, Menschen wieder in Arbeit zu bringen. Geschäftsführerin Claudia Rist erklärt: „Unsere Preise sind Marktpreise.“

Die Vorstandschaft der Ortsgruppe Lindenberg des Kinderschutzbundes berichtet von einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr 2012. Durch die Zusammenarbeit mit Liebherr schossen die Zahlen der Kinder in der Ferienbetreuung stark in die Höhe. Eine Spendenaktion – so Kassier Franz Bischoffberger – verhalf dem Kinderschutzbund zu guten Rücklagen.

Die älteste Lindenbergerin, Anna Rauh, feiert ihren 104. Geburtstag. Bürgermeister Johann Zeh überbringt ihr auch im Namen von Landrat Elmar Stegmann die besten Glückwünsche.

Julia Gleich aus Kempten hat ihr Theologiestudium in München abgeschlossen und ist jetzt neue Vikarin in der weitläufigen evangelischen Kirchengemeinde Lindenberg mit ihren Außenorten. Nach zweieinhalb Jahren kann sie dann die Stelle einer evangelischen Pfarrerin antreten.

Der Landkreis Lindau lässt heuer Teile des Lindenberger Gymnasiums sanieren. Rund 330.000 Euro werden in die Dachsanierung, den Austausch von Fenstern und den Anstrich der Fassade investiert.

April

Der Staatssekretär Dr. Gerd Müller besucht die Liebherr-Aerospace GmbH in Lindenberg. Das Unternehmen mit 2.200 Mitarbeitern, ist vor Ort Marktführer im Bereich der Fahrwerke. Anlass für den Besuch ist die Besichtigung der größten Hochbaustelle im Allgäu. Hier entstehen bis 2018 neue Fertigungs-und Montagehallen sowie Verwaltungsgebäude.

In der Staufner Straße sind Sanierungsarbeiten im Gang, die sich über Wochen hinziehen. Wegen der Kanalarbeiten muss die Straße immer wieder gesperrt werden. Die Discounter und andere Läden bleiben während der Bauzeit über die Stadtmitte anfahrbar.

Hinter dem Lindenberger Schulzentrum entsteht ein Regenrückhaltebecken. Grund ist die Werkserweiterung von Liebherr-Aerospace. Nach Überarbeitung der Pläne stimmt der Stadtrat dem Bauvorhaben einstimmig zu.

Der Turnerspielmannszug feiert sein 50-jähriges Bestehen. Im Mittelpunkt des Festaktes stehen zahlreiche Grußworte. Dr. Egon Hartmann erinnert als Vorsitzender des Lindauer Sportkreises an die „bescheidenen Anfänge“ in den 60er Jahren. Heute hat der Verein im Sportbereich über 1.000 Mitglieder.

Mai

Bürgermeister Johann Zeh eröffnet am 5. Mai den 14. Huttag. Hauptprogrammpunkt ist die Präsentation der Kandidatinnen und die anschließende Wahl der schönsten Hutträgerin.

Stadtrat Helmut Wiedemann dreht für das 100-jährige Jubiläum der Stadt Lindenberg einen Spielfilm über die Geschichte der Stadt. Es soll ein Bürgerfilm werden, in dem möglichst viele Vereine, Schulen sowie Laiendarsteller aus der Bevölkerung mit einbezogen werden. Wiedemann rechnet für seinen Film mit 30.000 Euro Gesamtkosten. Die Stadträte sprechen sich für eine Kofinanzierung von 17.400 Euro aus. Das Projekt über das Programm Leader wird mit bis zu 12.600 Euro gefördert.

Die Innenraumsanierung der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul wird 27 % teurer. Die Gesamtkosten steigen von 1,3 Millionen auf 1,7 Millionen Euro. Der Grund ist; die
Drahtkonstruktion des Deckengewölbes über der Empore ist rostzerfressen und muss ausgetauscht werden. Der Stadtrat spricht sich für eine Erhöhung des Zuschusses um 40.000 Euro aus.

Walter Smolnik, Schützenmeister der Schützengesellschaft Lindenberg, gibt nach 28 Jahren Amtszeit den Vorsitz an Klaus Hörmann ab, bleibt aber vorerst noch Stellvertreter.

Altbürgermeister Helmut Krammel Altbürgermeister Helmut Krammel

Juni

Die Wirtschafts- und Entwicklungsleitstelle Westallgäu (West) hat mit Partnern aus der Wirtschaft einen Gründerwettbewerb ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe ist es, mit Neugründungen die Wirtschaft des Westallgäus zu fördern. Menschen mit Geschäftsideen werden dabei in ein „Gründungsnetzwerk“ eingebettet, das die Interessenten von der Finanzierungsberatung über die Vermittlung eines Ladenlokals bis zur Beratung in Sachen Förderungsmöglichkeiten unterstützt.

Die GKWG hat nach einem verlustreichen Jahr wieder einen Überschuss erzielt. 944.000 Euro stehen als Jahresüberschuss zu Buch. Allerdings findet zwischen Stadt Lindenberg und der GKWG vor dem Landgericht noch eine Gütetermin statt, weil die Gesellschaft im Otto-Keck-Areal im vergangenen Jahr Wohnhäuser veräußert hat, deren Fläche die Stadt der Gesellschaft zum Zwecke des sozialen Wohnungsbaus einst überlassen hatte.

Die Stadt Lindenberg ehrt ihren Altbürgermeister Dr. Helmut Krammel zum 80. Geburtstag mit einem großen Empfang. Der Geehrte war von 1969 – 1987 Bürgermeister der Bergstadt. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und wurde mit der Goldenen Münze und dem Goldenen Ring der Stadt Lindenberg geehrt.

Der SPD-Kreisverband Lindau verleiht den diesjährigen Sozialistenhut an Professor Dr. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. In einer von Beifall umrauschten Rede lobte Laudator Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister von Nürnberg, den neuen Sozialistenhutträger für seine Forschungsarbeiten auf kriminologischem Gebiet. Für Aufsehen habe Pfeiffers Kritik an der Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche gesorgt, die am Ende auch an staatlicher Inkompetenz gescheitert sei.

Das Technische Hilfswerk (THW) Lindenberg ist mit den Einsatzfahrzeugen in das Hochwasser-Katastrophengebiet an der Donau unterwegs, um die dortigen Wohngebiete mit Pumparbeiten, Sandsäcken füllen und verbauen zu schützen. Einen Tag später hatten die Einsatzkräfte die Lage unter Kontrolle.

Die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim spendet 10.000 Euro aus dem PS-Gewinnsparen an zehn Westallgäuer Vereine:
5.000 Euro gehen an Vereine, die sich der Pflege der Musik verschrieben haben, weitere 5.000 Euro werden für die Anschaffung von Defibrillatoren im Westallgäu verwendet. Ziel ist es, dass in jeder Westallgäuer Gemeinde ein öffentlich zugänglicher Defi hängt.

Das gemeinnützige Unternehmen Chance hat in der Weinstraße ein Secondhand-Laden errichtet. Welches von großzügigen Sponsoren unterstützt wird. Viele Westallgäuer zeigen sich sehr interessiert und kaufen den Laden am ersten Tag fast leer, so dass aus Lindau eilig neue Ware herangeschafft werden musste.

Juli

Die Stadt Lindenberg und acht Westallgäuer Gemeinden wollen sich mit jeweils 25 % am allgemeinen Stromnetz der VKW beteiligen. Die Stadträte stimmen mit knapper Mehrheit (13:12 Stimmen) für die unmittelbare Beteiligung . Auf Lindenberg kommt dadurch ein Betrag von 3,8 Millionen Euro zu. Die VKW haben den beteiligten Gemeinden in den ersten fünf Jahren eine Verzinsung ihrer Anteile von 7,5 % zugesagt. In den Jahren danach liegt die Dividende bei mindestens 5 %.

Künftig wird das Kemptner Büro „Maucher und Höß“ der Stadt Lindenberg in Sachen Innenstadtentwicklung zur Seite stehen. Einmütig haben sich die Stadträte für den Sieger des Gestaltungswettbewerbs vom vergangenen Jahr entschieden. Unter anderem soll auch der Brunnen an den Rand des Stadtplatzes verlegt werden. Mit zwei neuen Gebäuden will man dem Platz eine klare Begrenzung geben.

Die erste Leiterin der im Aufbau befindlichen „Deutschen Huterlebniswelt“ heißt Angelika Schreiber. Die gebürtige Lindenbergerin ist als Geeignetste aus 136 Bewerbern hervorgegangen. Zu ihren Aufgaben gehört die ganze Aufbau- und Promotionsarbeit sowie das Konzept für ein künftiges Besucher- und Mitmachprogramm vorzubereiten.

Mit einem Tag der offenen Tür, feiert die Lindenberger Rotkreuzklinik – vormals Dr.-Otto-Geßler-Krankenhaus – ihr 50-jähriges Bestehen. 6457 Patienten wurden 2012 von insgesamt 222 Mitarbeitern medizinisch versorgt. 144 Betten stehen für die Grund- und Regelversorgung bereit. Die wirtschaftliche Situation des Hauses bezeichnet die generaloberin Edith Dürr als stabil.

Auf dem Lindenberger Bergfriedhof ist eine Gemeinschaftsgrabanlage für 25 Urnen entstanden. 70 % der rund 120 Beerdigungen sind laut Stadtverwaltung mittlerweile Urnenbestattungen, der Rest besteht aus Erdbestattungen.

Das ehemalige Altenheim in der Lindenberger Sedanstraße wird abgerissen. Auf der rund 10.000 Quadratmeter großen Fläche sollen drei Doppelhäuser und vier Mehrfamilienhäuser entstehen. Das Grundstück war zuvor im Besitz der Stadt Lindenberg, die es an die Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft (IVG) verkauft hat. Der Erlös von rund 2 Millionen Euro fließt in die Errichtung des neuen Kulturzentrums.

4 Tage lang wird das Bezirksmusikfest auf einer städtischen Wiese am Lindenhof gefeiert. Es ist eines der größten Feste in der Geschichte der Stadt. Helmut Münzel, der Chef der TSZ-Musikanten, hat es seit zwei Jahren vorbereitet. Beim Umzug, der 64 Gruppen umfasst, ziehen 1800 Musikanten in weitem Bogen durch Lindenberg zum Festplatz.

15 Jahre besteht der Förderverein Seniorenzentrum St. Martin in Lindenberg. Eine der Hauptaufgaben des Vereins ist die Finanzierung von Helfern für die Betreuung der Senioren. Jedoch auch an einer Vielzahl von Veranstaltungen wie Konzerte und Feste sind die Mitglieder des Fördervereins beteiligt.

August

Laut Zensus hat Lindenberg 224 Einwohner weniger als angenommen. Anstatt der vermuteten 11.110, wohnen nur 10.886 Menschen in der Stadt. Auswirkungen, etwa auf Schlüsselzuweisungen, sind – so Bürgermeister Zeh – nicht zu erwarten.

Monate lang wurde die Staufner Straße – eine wichtige Einfallstraße der Stadt – von Grund auf saniert und den modernen Bedürfnissen angeglichen. Nach der abschließend erfolgten Asphaltierung kann der Verkehr jetzt wieder rollen. Stadt, Freistaat und Abwasserverband haben insgesamt 1,3 Millionen Euro investiert.

Rund 200 Mädchen und Buben nehmen beim 15. „Ferienspaß ohne Grenzen“ des Kinderschutzbundes auf dem Gelände des TSZ Lindenberg teil. Mit insgesamt 60 Helfern und Betreuern an ihrer Seite haben die Kinder die Möglichkeit, an zahlreichen Spielen, Werk- und Bastelkursen teilzunehmen. Sponsoren und die Spendenaktion der Bethe-Stiftung haben das 7000-Euro-Projekt möglich gemacht.

Am 30-31. August findet rund um den Stadtplatz das diesjährige Käse- und Gourmetfest statt. 78 Hersteller aus acht Ländern – darunter Irland, Ungarn und Marokko – bieten auf der sog. Käsemeile ihre Käseprodukte an. Auch Fernsehkoch Christian Henze kommt mit einer einstündigen Kochshow nach Lindenberg.

September

Die Firma Bergland Naturkäse, 1994 gegründet, soll noch im Jahr 2013 geschlossen werden. Die Gesellschafter Bayernland und Arla sehen keine Möglichkeit, das Unternehmen nachhaltig und profitabel weiterzuführen. Die Arbeitsplätze von 150 Mitarbeitern sind gekündigt worden. Die Unternehmensleitung und die Gewerkschaft Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG) haben erste Sondierungsgespräche angekündigt. Die NGG hofft zudem auf einen Investor, der das Unternehmen oder Teile davon übernimmt.

Die Kinderkrippe „Sankt Luzia“ an der Lauenbühlstraße geht in Betrieb. Mit den 45 neuen Krippenplätzen kann die Stadt insgesamt 72 Buben und Mädchen in ihren Einrichtungen unterbringen. 1,8 Millionen Euro kostet die Krippe insgesamt. Die Stadt bekommt einen Zuschuss von 1,1 Millionen Euro. Bauherr ist die Katholische Kirche.

Der Geschichts- und Museumsverein Lindenberg bringt zum Jubiläumsjahr 2014 den Kalender „Geschichte und Geschichten“ heraus. Historische und aktuelle Fotos zeigen die Entwicklung der Stadt in den letzten hundert Jahren. Stadtarchivar Günter Fichter hat zu den Bildern kurze, prägnante Texte verfasst. Der Verkauf des Kalenders hat bereits begonnen.

Oktober

Die Bergland GmbH, ist eine der führenden Käseabpackbetriebe in Deutschland. Diese hat einen Insolvenzantrag gestellt. Die Gesellschafter Bayernland und Arla wollen das Werk Ende Oktober schließen. Derweil versuchen Geschäftsführung und der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Michael Jaffe Aufträge an Land zu ziehen, um die derzeit ruhende Produktion im Unternehmen wieder in Gang zu bringen.

Der City-Manager Bernd Mathieu hat aus privaten Gründen die Stelle als Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft „Aktive Innenstadt Lindenberg“ gekündigt. Der Nachfolger ist Sascha Schmid.

Die Stadt Saline in Michigan feiert das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit Lindenberg. Aus diesem Grunde hält sich auch eine Gruppe Lindenberger Bürger, unter ihnen Bürgermeister Johann Zeh sowie der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, Peter Feind, in der amerikanischen Stadt auf.

Das neue Lindenberger Kulturzentrum wird knapp 600.000 Euro teurer. Unvorhergesehenes, Planänderungen und Wünsche der Gestalter lassen die Baukosten auf 7,2 Millionen Euro anwachsen. Über die Finanzierung müssen die Stadträte bei den Haushaltsberatungen im kommenden Jahr diskutieren.

Zwei Alt-Lindenberger Schindelhäuser an der Hauptstraße werden abgerissen. Im Haus Nr. 19 hat Ottmar Reich aus Motzgatsried vor 150 Jahren einen Strohhutbetrieb gegründet. Im Haus Nr. 21 befanden sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Käserei und Butterhandlung. Damit ist Platz geschaffen für Parkplätze und die Zufahrt zum entstehenden Kulturzentrum.

Nach 33 Jahren schließt das alte Hutmuseum mit einem „Tag der offenen Tür“ für immer seine Pforten.

76 Künstler stellen bei der 26. Westallgäuer Kunstausstellung im Löwensaal aus. Die Sonderschau ist in diesem Jahr dem Eglofser Künstler Bernhard Schnetzer gewidmet. Im Rahmenprogramm hält Kunstprofessor Stephan Huber einen Vortrag über sein neuestes Werk in der Löwenbrauerei Meckatz. Heimatkünstler Werner Specht gibt mit der Gruppe „Westwind“ ein Konzert und der Autorenkreis Federkiel hält eine Lesung mit dem Thema „Traum und Wirklichkeit“. Der jährlich von der Volksbank gestiftete Kunstpreis geht diesmal an Jeannette Lindermann aus Oberstaufen. - Den Kulturpreis 2013 der Stadt Lindenberg geht an den in Lindenberg geborenen Regisseur, Historiker und Autor Klaus Gietinger. Zusammen mit seinem Freund Leo Hiemer entstanden in den 80er Jahren einige Allgäu-Filme, u.a. „Daheim sterben die Leut“.

Die Freie Gemeinde Lindenberg feiert im kath. Pfarrheim ihr 25-jähriges Bestehen.

Die Marktgemeinde Oberstaufen würdigt das Engagement des aus Lindenberg stammenden Pfarrers, Dr. Johannes Netzer. Bürgermeister Walter Grath verleiht ihm im Franziskus-Saal vor 200 Feiergästen den Ehrenring.

Im neuen Baugebiet „Westlicher Nadenberg“ haben die Erschließungsarbeiten begonnen. Insgesamt 13 Baufenster, überwiegend für Einfamilienhäuser, sind vorgesehen.

Citymanager Sascha Schmid Citymanager Sascha Schmid

November

Für die Kommunalwahl 2014 stellt die Lindenberger SPD den in Lindenberg geborenen Winfried Lorenz einstimmig als Bürgermeisterkandidaten auf.

Die Stadt Lindenberg hat sich für einen Nachfolger für Bernd Mathieu entschieden. Neuer Citymanager wird der 32-jährige Sascha Schmid aus Tettnang. Er tritt am 16.12.2013 seine neue Arbeitsstelle in der Stadtverwaltung an. Zu seinen Hauptaufgaben gehört neben Festen und Veranstaltungen der Prozess der Innenstadtentwicklung.Citymanager Sascha Schmid

Den Publikumspreis bei der 47. Westallgäuer Kunstausstellung geht an Agathe Haslach aus Maria Rain für ihr Bild „Heimwärts“.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat die Fachklinik Ried der Deutschen Rentenversicherung mit dem Zertifikat „Station Ernährung“ ausgezeichnet. Für gesunde, schmackhafte und möglichst ausgewogene Ernährung wurde das bestmögliche Ergebnis von 100 Punkten erzielt.

Einen neuen Einsatzleitwagen hat die Feuerwehr Lindenberg in Betrieb genommen. Stadtpfarrer Leander Mikschl und Diakon Wolfgang Feth segnen den 111.000 Euro teuren, mit vielen technischen Rafinessen ausgerüsteten VW Bus. Bürgermeister Johann Zeh überreicht Feuerwehrkommandant Heribert Mayer, offiziell die Fahrzeugschlüssel.

Die renommierte Buchhandlung Johann Netzer („Buch Netzer“) feiert den 90. Geburtstag. Sie geht auf ein 1923 in der Weinstraße gegründetes Schreibwarengeschäft zurück und befindet sich seit 2012 mit modernem, neuem Gesicht am Stadtplatz. Die Inhaberin Simone Kitz und ihr Ehemann Mario haben aus der ehemaligen Apotheke gegenüber dem Rathaus einen bemerkenswerten Treffpunkt für Buchliebhaber gemacht.

19 Jahre lang war die Lindenbergerin Edith Krammel Vorsitzende des Tierschutzvereins. Jetzt gibt sie ihr Amt an die frühere Lindauer Bürgermeisterin Petra Seidl ab. Für ihre Verdienste wird sie zur Ehrenvorsitzenden ernannt.

Dezember

Die Baukosten des neuen Kulturzentrums klettern von 6,4 auf 7,2 Millionen Euro. Der Anteil der Stadt steigt um rund 700.000 Euro. Grund für die Mehrkosten sind unter anderem Unvorhergesehenes, wie etwa Pfahlgründungen aufgrund des schlechten Untergrunds, notwendige Verstärkungen der Wände sowie Auflagen des Denkmalamtes, die historischen Fenster zu restaurieren. Hinzu kommen Wünsche der Museumsgestalter, wie z. B. große Tore an der Seitenwand, um große Ausstellungsobjekte hinein- und hinaus transportieren zu können.

Die Lindenberger CSU nominiert den einheimischen Landschaftsschutzarchitekten Eric Ballerstedt als Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl am 16.03.2014

Das THW Lindenberg beteiligt sich wieder an der Weihnachtsaktion „Das Allgäu packt's“ für bedürftige Familien und soziale Einrichtungen in Rumänien. In diesem Jahr werden 248 Hilfspakete nach Osteuropa gebracht.

Die Lindenberger Volksbank verteilt 27.000 Euro aus „Gewinn sparen“ an über 50 Organisationen und Einrichtungen. Wer Geld will, muss sich mit einem konkreten Projekt bewerben. Marketingleiterin Erika Bero stellt bei der Feier die bedachten Projekte vor.

Reinhard Sieber, Lehrer für Biologie und Chemie am Lindenberger Gymnasium, geht in den Ruhestand. Er hat in den 70er Jahren die nach ihm benannte Big-Band des Gymnasiums gegründet und mit vielen Jazzkonzerten das musikalische Leben der Stadt bereichert. Zukünftiger Leiter der Big-Band wird Matthias Ströse.

„40 Jahre Jugendmusikschule Günther Strauß“ – Unter diesem Motto steht das Jahreskonzert im Schützenhaus, bei dem auch Bürgermeister Johann Zeh zum Erfolg gratuliert.

Im Gasthaus „Zum Löwen“ steht eine Veränderung an. Der derzeitige Wirt Christian Grunert verlässt nach 13 Jahren das Traditionsgasthaus und übernimmt ab 1. März 2014 den Familienbetrieb seiner Eltern, den Lindenberger Hof. Für den „Löwen“ wird ein neuer Wirt gesucht.

Chronik 2014

Januar

Tausende Zuschauer erleben ein Pyrotechnisches Klangfeuerwerk, das Waldemar Stiefenhofer und seine Mitarbeiter zum Jahresbeginn in den Nachthimmel zaubern. Am Boden brennt die Zahl 100, die für die Stadterhebung Lindenbergs im Jahre 1914 steht.

Die Lindenberger Firma Bergland Naturkäse hat die Produktion eingestellt. Ein großer Teil der 150 Mitarbeiter ist Anfang des Jahres in eine Transfergesellschaft gewechselt. Der Insolvenzverwalter und der Betriebsrat hoffen noch immer auf einen Investor, der den Betrieb wenigstens teilweise übernehmen kann.

Der bisherige Amtsinhaber Johann Zeh von den Freien Wählern bewirbt sich um eine vierte Amtszeit als Lindenberger Bürgermeister. – Zum Bürgermeisterkandidaten der SPD wird Winfried Lorenz gewählt.

Anlässlich der Stadterhebung vor 100 Jahren entsteht im Stadtpark ein begehbares Labyrinth mit dem Titel: „Jugendlabyrinth – Unsere Stadt wird 100 Jahre“. Unter der Leitung von Helmut Caprano werden auf 82 Tafeln wichtige Themen der Stadtgeschichte künstlerisch umgesetzt. Über 50 Schüler aller Altersstufen helfen bei der Entstehung der Erinnerungstafeln mit.

Eric Ballerstedt, 37-jähriger Landschaftsarchitekt und in Lindenberg aufgewachsen, wird von der CDU zum Bürgermeisterkandidaten nominiert.

Musiklehrer Günther Strauß kann auf das 40-jährige Bestehen seiner Musikschule zurückblicken. Als Dirigent leitete er von 1972 bis 1981 auch die Stadtkapelle Lindenberg.

Am 25. 1. findet im Stadtpark das 5. Lindenberger Winterfest statt. Wegen des milden schneearmen Winters formen die Steinbildhauer ihre filigranen Kunstwerke aus großen, vom Bauhof aufgeschütteten Schneequadern. – Prämiert werden auch die originellsten Ergebnisse im Jedermann-Wettbewerb und die Skulpturen der Gewerbetreibenden.

Die Stadt Lindenberg erwirbt den über 207.000 Quadratmeter großen Bayernpark. Bürgermeister Johann Zeh und Vertreter der Eigentümer unterzeichnen einen Kaufvertrag über 5,85 Millionen Euro. Der Betrieb der touristischen Einrichtung wird Ende August 2014 eingestellt.

Die Weichen für ein neues Kapitel in der Geschichte der Stromversorgung des Westallgäus sind gestellt. Die Stadt Lindenberg und acht Gemeinden haben mit den Vorarlberger Kraftwerken eine Absichtserklärung zur Gründung einer gemeinsamen Stromnetzgesellschaft unterzeichnet.

Februar

Der FC Lindenberg wählt den 31-jährigen Tobias Kraus zum neuen Vereinsvorsitzenden. Er löst Michael Selbenbacher ab, der nach zweieinhalbjähriger Amtszeit zurückgetreten ist. Neuer Stellvertreter wird Olaf Fabert.

Dr. Egon Hartmann gibt nach 34 Jahren – aufgeteilt auf zwei Amtszeiten – den Vorsitz beim TV Lindenberg ab. Er war bereits seit 1994 auch Ehrenvorsitzender des zweitgrößten Sportvereins des Landkreises Lindau, übernahm aber, als er 2004 noch einmal gebraucht wurde, erneut die Führung.

Notker Michael Anton, der aus der Tegernseer Gegend stammt, übernimmt von Elisabeth Maier die Stelle des Kirchenmusikers in der Pfarrei St. Peter und Paul in Lindenberg. Damit ist er im Jubiläumsjahr 2014 auch für das musikalische Festprogramm der vor 100 Jahren eingeweihten Stadtpfarrkirche zuständig.

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Jugend im Mittelpunkt“ wird der bisherige Vorsitzende Klaus Bilgeri wiedergewählt. Neuer Stellvertreter ist Markus Börner. Die Vernetzung und Zusammenführung mit anderen Vereinen und Trägern ist der Vereinsführung ein großes Anliegen.

Erster Bürgermeister Eric Ballerstedt Erster Bürgermeister Eric Ballerstedt

März

Der Stadtrat von Lindenberg verabschiedet gegen die Stimmen der Grünen den Haushalt 2014, der 5,4 Millionen Euro umfasst. Vor allem das Kulturzentrum und die Beteiligung am Stromnetz führen zu Rekordinvestitionen von 14 Millionen Euro. Weitere Ausgaben fallen u.a. für Personalkosten (4,3 Mio. Euro), die Sanierung der Sonnenstraße (900.000 Euro) und die Umgestaltung des alten Friedhofs an (250.000 Euro).

Im Rathaus der 10.500-Einwohner-Stadt Lindenberg gibt ab 1. Mai 2014 Eric Ballerstedt (CSU) den Ton an. Er hat sich bei der Bürgermeisterwahl mit 53,1 Prozent der Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Johann Zeh (46,9 Prozent) durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 54,8 Prozent.

Der Landkreis Lindau baut für 2,4 Mio. Euro eine neue Sportstätte am Lindenberger Schulzentrum. In den Pfingstferien wird die alte Turnhalle abgebrochen. Das neue Gebäude soll bis zu Beginn des Schuljahres 2015/16 fertiggestellt sein. Bis dahin wird der Sportunterricht in der benachbarten Dreifachturnhalle abgehalten.

Auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses und Altenheims an der Sedanstraße findet der erste Spatenstich statt. Bauträger, Architekten, Vertreter der Stadt und Käufer feiern den Baubeginn des Wohnprojektes Alpenpanorama mit einem Fest.

Daniela Wurm übernimmt als neue Vorsitzende und Nachfolgerin von Dr. Egon Hartmann die Führung des 1400 Mitglieder zählenden TV Lindenberg.

Die Lindenberger Volksbank steuert weiter auf Erfolgskurs und liegt im 108. Jahr ihres Bestehens über dem Schnitt der bayerischen Genossenschaftsbanken. Von den über 1 Million Euro, die die Bank an Steuern zahlt, landet ein beträchtlicher Teil auch in den Schatullen der örtlichen Kämmerer.

Nach 53.000 Operationen wird Dr. Ulrich Mocke, Chefarzt an der Rotkreuzklinik, in den Ruhestand verabschiedet. Er hat – so Generaloberin Edith Dürr – seit er vor 16 Jahren nach Lindenberg kam, „das Profil des Krankenhauses entscheidend geprägt“.

Das Unternehmen „Chance“ eröffnet neben dem Kaufhaus einen zweiten Betrieb in Lindenberg, die „Wertstatt“. Hier werden einerseits gebrauchte Möbel repariert, vor allem aber können die sozial oft benachteiligten Mitarbeiter „Wertschätzung im Sinne einer Beschäftigung“ erfahren. Darin sieht das Sozialpsychiatrische Zentrum, eine Einrichtung der Diakonie, den Hauptwert der Einrichtung.

Altbürgermeister Johann Zeh Altbürgermeister Johann Zeh

April

Mit großem Beifall wird Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh in der letzten Stadtratssitzung seiner Amtszeit verabschiedet. Die Räte erkennen ihm den Titel Altbürgermeister zu. Zudem erhält er wie auch seine beiden Stellvertreter Dr. Wolfgang Dietlein und Reinhold Freudig sowie das SPD-„Urgestein“ Stadtrat Helmut Böller den Goldenen Ring, die höchste Auszeichnung der Stadt Lindenberg.

Schulleitung und Elternbeirat der St.-Martin-Schule in Lindenberg haben einen Förderverein ins Leben gerufen, um die Einrichtung in Sachen Finanzen und Organisation zu unterstützen. Als Beispiel nennt Rektor Jörg-Henning Sonnenberg den neuen Schulbus, den Kauf neuer Unterrichtsmaterialien sowie die Mitfinanzierung von Aufenthalten im Schullandheim.

Die Abteilung Unfall- und Wiederherstellungschirurgie in der Rotkreuzklinik Lindenberg erhält zum 1. Mai einen neuen Chefarzt. Der 53-jährige Oberarzt Dr. Christoph Kruis wird Nachfolger von Dr. Ulrich Mocke. Er ist Experte in der Notfallmedizin, Hubschrauber-Notarzt, Bergrettungsarzt sowie Mannschaftsarzt für die alpine Ski-Nationalmannschaft.

Der Eine-Welt-Verein Akapacha feiert sein 20-jähriges Bestehen. Auf der Jahreshauptversammlung wird Siegfried Wiese erneut zum Vorsitzenden gewählt. Der Verein ist den Westallgäuern durch den Weltladen in Lindenberg bekannt geworden. Das beliebteste Produkt ist der fair gehandelte Kaffee. Der zweite Bereich ist die Bildungsgruppe, die mit hohen Summen an Spendengeldern u.a. Projekte in der Dritten Welt, z.B. in Burkina Faso und Indonesien, unterstützt.

Bei der Generalversammlung der Schützengesellschaft Lindenberg wird Siegfried Jung zum Ehrenmitglied ernannt. Er habe sich – so Schützenmeister Klaus Hörmann – in all den Jahren als Jugendleiter, Sportwart, Trainer und Beisitzer in lobenswerter Weise ins Vereinsleben eingebracht.“ Neuer Sportwart wird Rene‘ Koch, da sich Walter Jung nach 15-jähriger Tätigkeit nicht mehr zur Wahl stellt.

Deutsche Hutkönigin Norina Mitter Deutsche Hutkönigin Norina Mitter

Mai

Mit einem Festakt im Löwensaal feiern Lindenberg und die Stadt Saline im US-Bundesstaat Michigan das zehnjährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft. Dabei ernennt der Lindenberger Partnerschaftsverein sechs Personen zu Ehrenmitgliedern, darunter auch die ehemaligen Bürgermeisterin von Saline, Gretchen Driskell, und Johann Zeh von Lindenberg. Die Festredner, darunter Vorsitzender Peter Feind, heben als Hauptgrund für die Partnerschaft hervor, dass beide Städte jeweils ein Liebherr-Werk als Arbeitgeber haben. Ein regelmäßig stattfindender Schüleraustausch und zahlreiche Besuche über den Atlantik hinweg sorgen für ständig neue Kontakte.

Nachdem er die ersten offiziellen Termine bereits wahrgenommen hat, leistet Eric Ballerstedt in der Stadtratssitzung Anfang Mai den Amtseid als neuer Erster Bürgermeister von Lindenberg. – Auch Dr. Werner Hofstetter und Michael Wegscheider schwören als stellvertretende Bürgermeister die Einhaltung ihrer Amtspflichten.

Die Weihe der Lindenberger Stadtpfarrkirche jährt sich im Mai 2014 zum 100. Mal. Den Anfang der Feierlichkeiten und zugleich einen ersten Höhepunkt bildet der Besuch von Bischof Konrad Zdarsa in St. Peter und Paul.

Die Lindenberger Feuerwehr feiert mit einer prächtigen Floriansmesse ihr 150-jähriges Bestehen. Anschließend marschieren die Feuerwehrler mit ihrem Kommandanten Heribert Mayr in geschlossenem Zug ins Feuerwehrhaus zu einem Kameradschaftsabend.

Gleichzeitig zeigen im Foyer des Löwensaals 32 Fotoleinwände in Wort und Bild die Geschichte des Feuerwehrlöschwesens.

Beim 15. Hut-Tag am 25. Mai wird Norina Mitter aus Wangen zur neuen Deutschen Hutkönigin gewählt. Auf sie warten in den nächsten zwei Jahren zahlreiche repräsentative Aufgaben und Termine.

Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul

Juni

Bei der Vertreterversammlung der Lindenberger Volksbank blickt Vorstand Bernhard Gutowski auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Nach seinen Worten befindet sich die Volksbank unter den besten 10 bis 20 Prozent der genossenschaftlichen Institute in Bayern. Der Verbandsprüfer Reinhold Schwarz lobt die gute Ertrags- und Vermögenslage. 7323 Mitglieder bekommen auf ihre Geschäftsanteile fünf Prozent Dividende.

Das Seniorenforum in Lindenberg weiht in einer Seniorenwohnanlage neben dem Seniorenzentrum St. Martin einen neuen Treffpunkt ein. Die Miete samt Nebenkosten in Höhe von 1.200 Euro pro Jahr übernimmt die Stadt. - Vorher waren die Senioren in einem kleinen Raum der Volkshochschule ohne barrierefreien Zugang untergebracht.

Das Lindenberger Gymnasium verabschiedet 77 Abiturienten und Abiturientinnen mit dem Zeugnis der Hochschulreife. Bei 18 von ihnen steht eine Eins vor dem Komma.

Die Lindenberger Pfarrgemeinde St. Peter und Paul feiert am 29. Juni mit einem musikalisch umrahmten Festgottesdienst das 100-jährige Bestehen ihrer Pfarrkirche. Anschließend spielt zum Frühschoppen auf dem Kirchenvorplatz die Stadtkapelle.

Unbekannte Täter haben den Alten Friedhof neben der Aureliuskirche heimgesucht und an insgesamt 17 Gräbern Schalen zerschlagen, Vasen umgestoßen und Grablichter beschädigt.

Das Badewetter hat die vierte Auflage des Parknacht-Festivals deutlich beeinflusst. Die meisten Besucher kommen erst am Abend in den Lindenberger Stadtpark, wo vier Bands sieben Stunden lang unter freiem Himmel spielen.

Juli

Vom 17. bis 20. Juli feiert Lindenberg das 100-jährige Stadtjubiläum. Am 8. August 1914 wurde der Westallgäuer Markt von König Ludwig III. zur Stadt erhoben. Am 18. Juli findet im Löwensaal der Festakt statt, in dessen Mittelpunkt der Festvortrag von Stadtarchivar Günter Fichter steht. Für die musikalische Umrahmung des Abends mit Harfenmusik sorgt Angela Schlögl-Eggert. Zu den weiteren Höhepunkten des Jubiläumsfestes gehört ein Konzert mit Musik von Werner Specht & Westwind und „Leadgut“. Um 22 Uhr eröffnet Bürgermeister Eric Ballerstedt die Lichtinstallation am Stadtplatz. Unter dem Titel „Leuchtende Geschichte“ gibt es Nachtführungen durch die Stadt.

Am Samstag, den 19. Juli, findet auf dem Stadtplatz das Stadtfest mit Aktionen und Bewirtung durch die Vereine, mit Gaudilauf und viel Musik in der Innenstadt statt. Am Abend sorgen „Die Ramonas“ für Stimmung.

Die österreichische Sopranistin Eva Lind und der Opfenbacher Notencocktail geben auf Einladung des Katholischen Pfarrgemeinderates zum 100-jährigen Jubiläum der Stadtpfarrkirche ein abwechslungsreiches Konzert.

Die im letzten Jahr vollzogene Fusion der beiden Ortsverbände Lindenberg und Scheidegg der Arbeiterwohlfahrt (AWO) hat sich bewährt. Seitdem heißt die Ortsverband AWO Lindenberg Westallgäu. Der Zweck ist – so der Vorsitzende Volker Schmidt – „Helfende und heilende Tätigkeit auf dem Gebiet der sozialen Arbeit, Anregungen und Hilfe zur Selbsthilfe und die Förderung des ehrenamtlichen und bürgerlichen Engagements.“ So wurden u.a. bedürftige Mitbürger mit der Weihnachtsbeihilfe unterstützt und Schülern finanzschwacher Familien für Klassenfahrten Zuschüsse gegeben.

150 Realschüler feiern in Lindenberg das Ende ihrer Schulzeit. Alle haben bestanden, Sarah Kronenberg gelingt die Traumnote von 1,00.

August

Der Stadtrat von Lindenberg gibt für die Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebiets Hauser Wiesen Grünes Licht. War bisher nur das Scheidegger Flurstück bebaut gewesen, so dringt das Gewerbegebiet jetzt erstmals in die Lindenberger Gemeindeflur vor. Die Stadt hat die Flächen dem Zweckverband veräußert, der es wiederum an interessierte Firmen verkauft. Davor muss die Stadt aber noch ihren Flächennutzungsplan ändern und den Bebauungsplan erweitern, der Details der Bebauung in dem Gebiet regelt.

Um die chirurgische Ambulanz an der Rotkreuzklinik in Lindenberg langfristig zu sichern, hat die Schwesternschaft München die chirurgische Abteilung des Medizinischen Versorgungszentrums von Lindau nach Lindenberg verlegt. Die Urologie bleibt in den gewohnten Räumen in Lindau.

Da das Minus zu groß und die Perspektiven zu schlecht waren, zieht die Schwesternschaft München des Roten Kreuzes die Notbremse und verlegt die onkologische Abteilung der Schlossbergklinik in Oberstaufen ans Krankenhaus in Lindenberg. Die Klinik in Oberstaufen wird zur reinen Reha-Klinik.

Die Arbeiten am alten Friedhof gehen weiter. Die Mauer zur Kiesgrube wird saniert und der Eingang Richtung Osten verlegt. Auf dem mehrfach erweiterten Friedhof der Aureliuskirche liegen viele Generationen Lindenberger bestattet. Er gilt als „Steinernes Geschichtsbuch“ der Stadt.

Die Ökologischen Molkereien Allgäu (OMA) verlagern ihren Sitz von Kißlegg nach Lindenberg. Hier hat das Unternehmen von der Firma Rupp AG. ein Gebäude am Mühlbach gemietet, in dem bis vor zehn Monaten die in Insolvenz gegangene Bergland Naturkäse GmbH. beheimatet war. Die OMA bezeichnet sich, was die Herstellung und den Handel mit ökologisch erzeugten Käsespezialitäten betrifft, als Marktführer. Sie hat 50 Mitarbeiter.

Am 29. 8. 2014 findet in der Bergstadt das 14. Käse- und Gourmetfest statt. Die 76 Teilnehmer an diesem Großereignis kommen aus neun Ländern.

Bei der „Nacht der Genüsse“ feiern viele hundert Lindenberger gemeinsam an einer festlich gedeckten, dreihundert Meter langen Tafel. Es ist die letzte Großveranstaltung im Jubiläumsjahr 2014. Zehn Wirte kümmern sich um das Wohl der Gäste, vier Straßenkünstler sorgen für Unterhaltung. – Citymanager Sascha Schmid spricht von einem „akustischen und visuellen Genuss“, der den kulinarischen ergänzt. Er hält die Neuauflage der „Nacht der Genüsse“ für denkbar.

Nach 55 Drehtagen ist „Lenes Tagebuch“, ein zweistündiger Film von Bürgern für Bürger mit dem Untertitel „Lindenberg – eine Stadt wird 100 Jahre jung“, fertiggestellt. Eingebettet in eine Familiengeschichte erzählt der Film mit berührenden und heiteren Szenen vom Leben der Menschen im vergangenen Jahrhundert. Die Hauptrollen spielen Herbert Kretz (Oberreute) und Ulrike Stadelmann (Scheidegg). Sie verkörpern Lene und ihren Mann Oskar Wittmann, die in Lindenberg Arbeit finden und hier einwurzeln. Unter den mehr als 200 Darstellern finden sich viele bekannte Lindenberger. Die Premiere des Films am 8. 8. 2014 ist bereits in kürzester Zeit ausverkauft.

Egon Fieser, langjähriger Vorsitzender des TC 46 Lindenberg, erhält anlässlich seines 80. Geburtstags die Goldene Ehrenmünze der Stadt. Für seine jahrzehntelangen Verdienste hatte ihn der Tennisclub bereits nach seinem Rücktritt 2004 zum Ehrenpräsidenten ernannt.

September

Der Bayernpark gehört ab 1. September 2014 der Stadt Lindenberg. Sie hat die Ferienanlage vom niederländischen Ferienparkbetreiber Roompot übernommen und vorläufig stillgelegt. Wie es mit dem 20 Hektar großen Gelände und den 108 Bungalows weitergehen soll, steht noch nicht fest. Roompot hat mit 110.000 Übernachtungen die angestrebte Auslastung mit 75 Prozent nie erreicht. Im vergangenen Jahr wurden nur mehr 51.500 Übernachtungen registriert.

Der Streit zwischen der Stadt Lindenberg und der Kreiswohnungsbaugesellschaft um Grundstückserlöse kann außergerichtlich nicht geklärt werden. Es geht um den Verkauf von Immobilien im Otto-Keck-Areal in den Jahren 2008 und 2012 an private Investoren. Die Stadt hatte der Kreiswohnungsbaugesellschaft die Flächen in den 5oer-Jahren für sozialen Wohnungsbau überlassen. Damals hatte sich die GKWG verpflichtet, den Erlös bei einem Verkauf an Privat an die Stadt weiterzugeben, was aber nicht geschehen ist. Jetzt fordert die Stadt den Betrag, bei dem es um mindestens 2 Millionen Euro geht, zurück. Landrat und GKWG-Aufsichtsratsvorsitzender Elmar Stegmann ist zuversichtlich, dass das Verhältnis zwischen Gesellschaft und Stadt nicht dauerhaft Schaden nimmt.

Inzwischen läuft auf den Otto-Keck-Areal der Abriss von zwei Gebäuden der GKWG. An dieser Stelle wir die Kreiswohnungsbaugesellschaft ein Mehrfamilienhaus mit elf Wohnungen errichten. Anfang Oktober soll mit dem Bau begonnen werden.

Seit fünf Jahren ist Hannelore Kraft stellvertretende Bundevorsitzende der SPD, seit vier Jahren Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr erhält sie den Sozialistenhut des SPD-Kreisverbandes. Die Laudatio hält der Preisträger des Vorjahres, Christian Pfeiffer. Er zollt ihr großes Lob und bezeichnet sie als wahren „Bürgerhäuptling“ und „Weltverbesserin“. Hannelore Kraft steht nun als Sozialistenhutträgerin in einer Reihe mit ihrem großen Vorbild Regine Hildebrandt.

Die bayerische Staatsministerin Beate Merk verleiht Edith Krammel das Bundesverdienstkreuz. Über 30 Jahre hat sich die Geehrte erfolgreich für den Tierschutzverein Lindau eingesetzt, 18 Jahre als Vorsitzende und jetzt, nachdem sie das Amt an Petra Seidel abgegeben hat, als Ehrenvorsitzende. Ihr Hauptverdienst – so die Laudatoren - ist es, mit Überzeugungskraft und Organisationstalent das Lindauer Tierheim erhalten und die Finanzierung verbessert zu haben.

Die ehemalige Hutkönigin Conny Brendle hat für das entstehende Deutsche Hutmuseum ein neues Ausstellungsstück besorgt. Der Hut stammt von der Hutmacherin der englischen Königin und wurde extra für Lindenberg gefertigt.

Kesselhaus Kesselhaus

Oktober

Kaum ist der „Bayernpark“ in den Besitz der Stadtübergegangen, kehrt auf dem Gelände wieder Leben ein. Die Freie evangelische Gemeinde (FeG) ist in das Haupthaus eingezogen und hat von der Stadt einen sechsmonatigen Mietvertrag erhalten. In dieser Zeit will sie das in der Bahnhofsstraße erworbene Gebäude umbauen, um es für ihre Gottesdienste nutzen zu können. 18 Jahre war die FeG in der sog. „Stenzel-Halle“ untergebracht, die im Oktober abgerissen wird. Auf dem gleichen Gelände entstehen jetzt Häuser, deren Fertigstellung für Ende 2016 geplant ist.

Die bisherige Klimaschutzmanagerin Marlen Walser wird Nachfolgerin von Stadtbaumeister Kurt Kirschenmann, der Ende des Jahres in den Ruhestand geht. Zu ihren Hauptaufgaben gehört u.a. die Ausarbeitung von Bauleitplänen.

Der 3. Bürgermeister von Lindenberg, Michael Wegscheider, darf ab sofort Paare trauen. Der Stadtrat hat ihn zum „Traustandesbeamten“ ernannt.

34 Mitglieder des Partnerschaftvereins unternehmen eine Herbstreise in die südfranzösische Stadt Vallauris, wo auf Initiative von Armin Dorner im Stadtpark „Gilbert Nabonnand“ eine neue Linde gepflanzt wird. An dem offiziellen Akt beteiligen sich die Bürgermeisterin von Vallauris Michelle Salucki und Lindenbergs Bürgermeister Eric Ballerstadt.

Lindenberger beschafft sich zusammen mit drei Ostallgäuer Gemeinden eine Drehleiter und spart dadurch viel Geld. Ein Drittel der rund 600.000 Euro muss die Stadt selbst aufbringen.

Die „Kolpingsfamilie“, die seit 45 Jahren in der Stadt Altkleider und Altpapier sammelt, gibt heuer den Erlös von 6.000 Euro an soziale Einrichtungen.

Die Macher des von allen Seiten gelobten Jubiläumsfilms „Lenes Tagebuch“, Helmut Wiedemann, Marieluise Wiedemann, Norbert Mayer und Werner Budzinski, erhalten in diesem Jahr den Lindenberger Kulturpreis. Kulturreferentin Hannelore Windhaber hält die Laudatio, Bürgermeister Eric Ballerstadt überreicht den Preis.

Bei der Eröffnung der 48. Westallgäuer Kunstausstellung im Löwensaal erhält Karl-Bernhard Netzband den von der Volksbank Lindenberg gestifteten Westallgäuer Kunstpreis. Seit 1990 ist der Künstler regelmäßig bei der Kunstausstellung dabei.

Mit der Eröffnung des neuen Restaurants „Kesselhaus“ in der Kulturfabrik weht ein Hauch von Großstadtflair durch die Lindenberger gastronomische Szene.

November

Mit einer großen Bilderausstellung zum 100-jährigen Stadtjubiläum Lindenbergs findet der Reigen der Veranstaltungen einen würdigen Abschluss. Zusammen mit Gerti Felix und Maria Schipani-Kirchmann hat Stadtarchivar Günter Fichter eine umfangreiche Bilderschau erstellt, die auf Bau- und Siedlungsgeschichte, aber auch auf Natur und Landschaft im Lindenberger Raum eingeht. So ist eine Zeitreise durch 125 Jahre Ortsgeschichte entstanden, die die Entwicklung Lindenbergs vom ländlich strukturierten Markt zur Stadt mit über 10.000 Einwohnern aufzeigt.

Der Landkreis Lindau erkennt das Unternehmen „Chance“ als freien Träger der Jugendhilfe an. Die Gemeinnützige Gesellschaft unterstützt vor allem jugendliche Schulabgänger beim Einstieg ins Arbeitsleben.

Edgar Rädler wird bei der Generalversammlung des Trachtenvereins Lindenberg erneut zum Vorsitzenden gewählt. Zum 105-jährigen Bestehen im kommenden Jahr wird ein neuer Maibaum aufgestellt. Die Stadt will ihn stiften.

Bei der Wahl einer Fachjury belegt der 1970 eingeweihte Bergfriedhof in Lindenberg unter vierzig Gottesackern deutschlandweit den vierten Platz. Innerhalb Bayerns stuft ihn die Jury, die den „Bestattungen.de-Award“ seit 2011 durchführt, als den schönsten ein. Zu den prominenten Jurymitgliedern gehören u.a. Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschland und Kardinal Karl Lehmann, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz.

Der Kapellenverein Nadenberg feiert das Patroziniumsfest der St-Martins-Kapelle. Bei der anschließenden Generalversammlung ehrt Vorsitzender Wolfgang Stibi die Mitglieder Rudolf Welte und Paul Schneider für ihre 25-jährige Tätigkeit im Vorstand.

Bei der Jahreshauptversammlung des Skiclubs Lindenberg werden Vorsitzender Ralph Klauber und sein Stellvertreter Stefan Hagenburger in ihrem Amt bestätigt. Kirsten Mende verstärkt als neue Beisitzerin die Vorstandschaft. Vorsitzender Klauber betont bei der Versammlung, die „Freude am gemeinsamen Skifahren, die Erfahrung sportlicher Aktivität mit der ganzen Familie und im Kreise gleichgesinnter Freunde“ Das mache den Skiclub aus.

(c) Daniel Stauch (c) Daniel Stauch

Dezember

Mit einem Festakt eröffnet die Stadt Lindenberg offiziell das 10,5-Millionen-Projekt Kulturfabrik. Hutkönigin Norina Mitter durchschneidet nach der kirchlichen Segnung das Rote Band zum neuen Deutschen Hutmuseum, das auf einer 1.000 Quadratmeter Fläche einen Rundgang durch 300 Jahre Hutmode und Stadtgeschichte ermöglicht. Bürgermeister Eric Ballerstedt nennt die neue Kulturfabrik „eines der größten Projekte in der Geschichte Lindenbergs, eine Maßnahme von landesweiter Bedeutung“. Landrat Elmar Stegmann stuft sie als „spannend, imposant, bedeutsam“ ein. Die Stadt rechnet mit 30.000 Besuchern im Jahr.

Im Einzugsbereich des Deutschen Hutmuseums wird derzeit ein neues Kultur- und Gästeamt eingerichtet. Auf künftig 250 Quadratmetern stehen für die Besucher sechs Mitarbeiter zur Verfügung, zu deren erweitertem Aufgabengebiet touristische Beratung, Wandertipps, Hinweise zu Ausflugsmöglichkeiten oder geführten Wanderungen gehören.

Die Stadt Lindenberg erhält mehr Geld von der Bayerischen Landesstiftung für die Kulturfabrik. Der bisher zugesicherte Zuschuss in Höhe von 800.000 Euro wird um 43.000 Euro erhöht. Grund dafür sind die gestiegenen Baukosten für die Sanierung und Umnutzung des ehemaligen Gebäudes der Hutfabrik Reich.

Lindenberg hat die Auszeichnung „Gestalter der Energiewende“ erhalten. Grund ist das Solarkataster, mit dem Bürger auf einen Blick erkennen können, wie gut ihr Haus für die Solarenergie geeignet ist.

Einen neuen Geschäftsführer erhält Anfang des kommenden Jahres die Rotkreuzklinik Lindenberg. Thomas Pfeiffer löst Edith Dürr ab. Die Generaloberin der Rotkreuzschwesternschaft wird Vorsitzende der Aufsichtsräte aller Häuser der Rotkreuzkliniken Süd.

Für ihren Einsatz bei den Anliegen der Caritas in der Altenhilfe ist Margot Migoni mit dem Elisabeth-Preis des Caritasverbandes der Diözese Augsburg ausgezeichnet worden. – Margot Migoni ist seit 20 Jahren die Leiterin des Caritas-Seniorenzentrums St. Martin in Lindenberg und hat den inzwischen fast 500 Mitglieder starken Förderverein gegründet. Diözesan-Caritasdirektor Dr. Andreas Magg hat den Preis übergeben.

Lindenberg sucht einen neuen Kirchenmusiker. Ende Januar 2015 läuft der Vertrag mit dem bisherigen Kirchenmusiker Notker M. Anton aus und wird, wie Pfarrer Leander Mikschl bestätigt, nicht verlängert.

Die Bäckerei Holderied in Lindenberg hat den Staatsehrenpreis des Bayerischen Bäckerhandwerks bekommen. Markus Holderied setzt auf handwerkliche Tradition und natürliche Zutaten.

Letzte Änderung: 14.04.2015 / 10:04 Uhr
Ausgedruckt am 22.01.2018 / 19:29